Seine Karriere als Chefcoach trieb Sebastien Migne schon an viele außergewöhnliche Orte. Als Chef trainierte er die Nationalmannschaften des Kongo, von Kenia und Äquatorialguinea. Zudem betreute er als Assistent den Oman, die Demokratische Republik Kongo, Togo und Kamerun, im Klubfußball einst Racing Straßburg und RC Lens. Der Erfolg blieb überschaubar – bis er im November 2025 Haiti sensationell durch die WM-Qualifikation im CONCACAF führte. Mit dem Franzosen erreichte Haiti zum zweiten Mal nach 1974 in Deutschland die Endrunde. Zuletzt trotzte der Weltranglisten-83. im Testspiel Island ein 1:1 ab.
Den einen großen Star, der für einen internationalen Topklub aufläuft, gibt es nicht wirklich. Am ehesten sticht Jean-Ricner Bellegarde heraus, der im Mittelfeld von Premier-League-Absteiger Wolverhampton Wanderers zum Stammpersonal zählt. Der 27-Jährige, der auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, absolvierte aber erst acht Länderspiele. Sein Debüt gab er vergangenen September. Auch der ewige Toptorjäger des Landes ist noch aktiv: Auf Duckens Nazon vom Esteghlal FC aus dem Iran (76 Spiele/44 Tore) dürften die größten WM-Hoffnung ruhen. Auch die Nummer zwei im Ranking Frantzdy Pierrot (49/33) von Caykur Rizespor aus der Türkei spielt noch.
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Das Verhältnis des von Armut und Gewalt geprägten Staats zu Co-Gastgeber USA ist – gelinde gesagt – angespannt. In den USA gilt seit Juni 2025 eine Einreisesperre für die Bürger Haitis. US-Präsident Donald Trump hatte den Migranten des Karibikstaates im Wahlkampf 2024 unterstellt, sie würden Haustiere stehlen, um sie zu essen. Antreten wird Haiti, ebenso wie der Iran, aller Voraussicht nach, womöglich aber ohne Unterstützung eigener Fans aus der Heimat. Das kennen die Spieler allerdings bestens: Ihre letzten "Heimspiele" der Quali trug die Mannschaft aus dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre zuletzt in Curacaos Hauptstadt Willemstad aus – das Nationalstadion Sylvio Cator ist beschädigt und war 2024 von bewaffneten Banden besetzt worden.