Nach bald vier Jahren könnte sich im Ukraine-Krieg ein Ende abzeichnen: Am Samstag erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die USA ein Treffen zwischen russischen und ukrainischen Verhandlern "erstmals vorgeschlagen" hätten.
Washington wolle zudem ein Ende des bald seit vier Jahren andauernden Krieges "bis zum Beginn des Sommers, bis Juni", fügte er hinzu. Er erwarte entsprechenden Druck, damit dieser Zeitplan auch halte: "Sie werden alles tun, damit dieser Krieg ein Ende findet."
Trump hatte vor seinem Amtsantritt versprochen, dass er den Krieg binnen 24 Stunden beenden werde. Später wurde eine Einigung binnen der ersten 100 Tage seiner Amtszeit in Aussicht gestellt. Es folgten weitere Deadlines, im Dezember schließlich sagte Trump, dass eine Einigung zu 95 Prozent fertig sei. Die jüngsten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine blieben jedenfalls ohne Durchbruch, auch wenn die Gespräche laut Kiew "wirklich konstruktiv" waren.
Hintergrund seien die Kongresswahlen in den USA, die Anfang November stattfinden. "Die Wahlen sind definitiv wichtiger für sie. Wir sollten nicht naiv sein. Und sie sagen, sie wollen bis Juni alles erledigt haben", sagte Selenskyj laut "Reuters".
Ein Schlüsselelement für ein Ende des Kriegs seien Sicherheitsgarantien, bekräftigte der Präsident. Diese müssten vor allen anderen Dokumenten unterschrieben werden. Er machte zudem deutlich, dass nach der jüngsten Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine, Russland und den USA Themen wie Gebietsabtretungen schwierig blieben.
In den zentralen Punkten zu einer Beendigung des Konflikts liegen die Positionen der Kriegsparteien anhaltend weit auseinander. Moskau fordert den Abzug der ukrainischen Truppen aus der gesamten Region Donezk als Vorbedingung für eine Einigung. Kiew lehnt das ab und fordert ein Einfrieren des Konflikts entlang der Front.
Washington sprach sich dafür aus, dass die ukrainisch kontrollierten Gebiete in Donezk zu einer "Freihandelszone" erklärt werden, in der keines der beiden Länder militärische Macht ausübt. Selenskyj sagte dazu: "Selbst wenn es uns gelingt, eine Freihandelszone zu schaffen, brauchen wir faire und verlässliche Regeln." Als besonders heikel gilt neben der Gebietsfrage auch der weitere Umgang mit dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja.