FP-5 Flamingo im Einsatz

Ukraine meldet Angriff auf russisches Rüstungswerk

Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben ein militärisches Werk tief in Russland mit Raketen beschossen. Drei Menschen wurden verletzt.
Newsdesk Heute
10.06.2026, 15:57
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Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht ein bedeutendes russisches Militärwerk mit Raketen angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass FP-5-Flamingo-Marschflugkörper eine Fabrik für Drohnen und Raketen in der Stadt Tscheboksary in der Republik Tschuwaschien getroffen hätten. Diese liegt mehr als 900 Kilometer von der Front entfernt.

Lokale russische Behörden berichteten, dass bei dem Angriff drei Personen verletzt wurden. Zudem meldete die Ukraine Angriffe auf den von Russland kontrollierten Hafen Mariupol am Asowschen Meer, eine Ölraffinerie in Samara sowie einen sogenannten „Schattenflotten“-Öltanker im Schwarzen Meer.

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Angriffe auf Mariupol
REUTERS

Die ukrainische Armee hat zuletzt ihre Drohnenangriffe auf wichtige Infrastruktur in Russland deutlich verstärkt. Kiew betrachtet Energieanlagen als legitime Ziele, da sie Moskaus Kriegsführung unterstützen. Angriffe mit Raketen weit im russischen Hinterland sind bislang jedoch selten.

Zahlreiche Drohnen abgeschossen

Russlands Militär teilte mit, in mehreren Regionen in der Nacht insgesamt 326 ukrainische Drohnen abgeschossen oder abgefangen zu haben. Die ukrainische Luftwaffe gab an, 181 von 207 russischen Drohnen abgeschossen zu haben, musste aber auch 21 direkte Treffer in 14 Orten einräumen.

21 direkte Treffer auf ukrainischem Boden
REUTERS

Mindestens zwei Menschen kamen in den vergangenen 24 Stunden in vier ukrainischen Regionen ums Leben, 26 weitere wurden verletzt, darunter zwei Kinder, teilten örtliche Behörden mit.

Selenskyj bestätigt Angriff

In einer Mitteilung auf Telegram schrieb Präsident Selenskyj: „Über Nacht trafen ukrainische FP-5 Flamingos ein Militärwerk in Tscheboksary, das die Armee der Besatzer mit Bauteilen für Drohnen und Raketen beliefert.“ Er veröffentlichte auch Videos, die einen Raketeneinschlag und Rauchentwicklung zeigen sollen.

Selenskyj veröffentlicht Raketenschlag-Video
via REUTERS

Das Militär in Kiew erklärte, das Werk VNIIR-Progress sei getroffen worden, es habe einen Brand gegeben. Der Chef der Republik Tschuwaschien, Oleg Nikolajew, bestätigte den Angriff auf Tscheboksary und sprach von drei Verletzten, äußerte sich aber nicht zum Zustand der Fabrik.

Reichweite bis nach Moskau

Der FP-5 Flamingo hat laut Angaben einen Sprengkopf von 1.150 Kilogramm und eine Reichweite von rund 3.000 Kilometern. Damit sind Moskau und weitere große russische Städte gefährdet.

Gemeinsam mit westlichen Verbündeten arbeitet die Ukraine daran, weitere Raketentypen zu entwickeln, um die Kosten für Russlands Krieg zu erhöhen und Moskau zu Verhandlungen zu zwingen.

Russlands Präsident Wladimir Putin lehnt bisher alle Gesprächsangebote ab. Vergangene Woche erklärte Putin, es gebe keinen Grund für ein Treffen mit Selenskyj, obwohl der ukrainische Präsident direkte Verhandlungen gefordert hatte. Putin behauptete außerdem, die russischen Truppen seien an allen Frontabschnitten auf dem Vormarsch – obwohl unabhängige Berichte von einer weitgehend stagnierenden Frontlinie sprechen.

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