Die geplante Neugestaltung der Rüdigergasse sorgte in Margareten bereits für heftige Debatten. Mit den Stimmen von NEOS, Links/KPÖ und Grünen konnte der Beschluss nun mehrheitlich gefasst werden und der Weg für die Umgestaltung freigemacht.
Geplant sind unter anderem neun neue Bäume, elf Hochstammsträucher, breitere Gehsteige und mehr Grünflächen, um die dicht verbaute Gasse im Sommer besser zu kühlen und attraktiver zu machen.
"Das ist ein wichtiger Schritt für eine grünere, kühlere und lebenswertere Rüdigergasse. Gerade in einem so dicht verbauten Bezirk wie Margareten zählt jeder Baum, jede entsiegelte Fläche und jede Straße, die wieder stärker den Menschen gehört", sagt die Klubobfrau der Grünen Margareten, Julia Fritz.
Die Grünen betonen, dass der Wegfall von Stellplätzen ein sensibles Thema ist und die Sorgen vieler Bewohner nachvollziehbar sind. "Ja, in einer engen und stark versiegelten Gasse müssen Flächen neu verteilt werden. Aber mehr Grün, breitere Gehsteige und sichere Wege entstehen nicht aus dem Nichts. Dafür braucht es politische Verantwortung und den Willen, den öffentlichen Raum zukunftsfit zu gestalten"; so Bezirksrat Herbert Panek. Parallel dazu wird eine weitere angekündigte Maßnahme umgesetzt: Noch in diesem Sommer kommt das Anwohner:innenparken ins Grätzl.
Während Grüne, NEOS und KPÖ den Umbau als großen Schritt zu mehr Lebensqualität feiern, spricht die SPÖ von einem Projekt gegen den Willen vieler Anrainerinnen und Anrainer.
Doch die Opposition schlägt Alarm. Die SPÖ Margareten kritisiert, dass die Pläne trotz massiver Einwände beschlossen wurden. Nach eigenen Angaben hätten sich knapp 100 Anrainerinnen und Anrainer sowie mehrere Unternehmen mit Bedenken an die Bezirkspolitik gewandt. Vor allem der drohende Wegfall von Park- und Haltemöglichkeiten sorgt für Unmut.
SPÖ-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Christoph Lipinski betont, man sei keineswegs gegen eine Aufwertung der Rüdigergasse. Vielmehr fehle es an Transparenz und einer ernsthaften Einbindung der Betroffenen. Die Entscheidung der politischen Mehrheit sei deshalb für viele Bürgerinnen und Bürger nur schwer nachvollziehbar.
Auch Wirtschaftstreibende befürchten Einschränkungen durch den Umbau. Kritiker sehen die Gefahr, dass Kunden und Lieferanten künftig schwerer Zufahrtsmöglichkeiten finden könnten.
Die Kritik der FPÖ richtet sich an Grüne und SPÖ gleichermaßen. "Wenn es nicht in das machtpolitische Konzept des grünen Bezirksvorstehers passt, dann wird einfach drübergefahren", so FPÖ-Klubobmann Fritz Simhandl. Die SPÖ-Fraktion wäre in der Bezirksvertretungssitzung nicht vollständig gewesen, somit konnte "die demokratische Allianz der Mitte aus FPÖ, SPÖ und ÖVP das Wahnsinnsprojekt Rüdigergasse vorerst nicht stoppen".