Welterbe gerettet

UNESCO-Entscheidung – Weiter Kritik an Heumarkt-Projekt

Die Wiener Innenstadt ist nicht mehr auf der Roten Liste der UNESCO. Bürgermeister Ludwig feiert den Erfolg, doch Kritik am Heumarkt-Projekt bleibt.
Wien Heute
27.07.2026, 12:07
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Großer Erfolg für Wien – und Grund zur Freude im Rathaus: Das UNESCO-Welterbekomitee hat bei seiner Sitzung im südkoreanischen Busan am Montag beschlossen, das Historische Zentrum von Wien von der Liste der gefährdeten Welterbestätten zu streichen. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sieht darin eine Bestätigung des Wiener Kurses – "Heute" berichtete.

„Damit ist sichergestellt, dass alle künftigen Lösungen im Rahmen der Stadtentwicklung den Wienerinnen und Wienern zugutekommen“
Michael LudwigWiener Bürgermeister (SPÖ)

"Wien hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um das historische Zentrum als UNESCO-Welterbe zu schützen und zugleich eine verantwortungsvolle Weiterentwicklung unserer Stadt zu ermöglichen. Von daher ist die heutige Entscheidung nur zu begrüßen. Damit ist sichergestellt, dass alle künftigen Lösungen im Rahmen der Stadtentwicklung den Wienerinnen und Wienern zugutekommen", erklärte Ludwig.

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Die Wiener Innenstadt war seit 2017 wegen des umstrittenen Heumarkt-Projekts auf der Roten Liste gestanden. Laut Stadt Wien konnten zuletzt unter anderem Änderungen der Wiener Bauordnung, der Stadtentwicklungsplan STEP 2035 sowie weitere Maßnahmen zum Schutz des historischen Stadtbildes die UNESCO überzeugen.

Ludwig lobt Wiener Delegation

Auch der Einsatz der Wiener Delegation wird von Ludwig hervorgehoben: "Gratulation an die Wiener Delegation rund um den Wiener Weltkulturerbe-Beauftragten Ernst Woller, dem Vorsitzenden des Planungsausschusses Omar Al-Rawi, die gemeinsam mit Ernst-Peter Brezovszky, Stefan Pehringer und Barbara Kaudel-Jensen, viel Einsatz, guten Argumenten und umfassenden Vorarbeiten der Stadt Wien überzeugen konnten."

Alliance For Nature erneuert Kritik

Doch nicht alle sehen die Entscheidung uneingeschränkt positiv. Die Umweltorganisation Alliance For Nature betont, dass die Streichung von der Roten Liste nichts an der rechtlichen Beurteilung des Heumarkt-Projekts ändere. "Auch wenn das UNESCO-Welterbe-Komitee das 'Historische Zentrum von Wien' aus der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten gestrichen hat, heißt dies noch lange nicht, dass das umstrittene Städtebauvorhaben am Heumarkt umweltverträglich ist", sagt Generalsekretär Christian Schuhböck.

Die Organisation verweist darauf, dass für das Projekt weiterhin eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig sei. Zu prüfen seien dabei nicht nur Auswirkungen auf das UNESCO-Welterbe, sondern auch auf Menschen, Natur, Klima sowie Boden, Wasser und Luft. Zudem fordert Alliance For Nature strengere gesetzliche Regeln, damit für vergleichbare Großprojekte in sensiblen Gebieten nicht wiederholt neue Genehmigungsverfahren angestoßen werden können.

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