Oliver Baumann ist seinen Platz im deutschen Nationalteam vorerst los. Der neue Teamchef Jürgen Klopp verzichtet in seinem ersten, 44 Mann starken Kader auf den Hoffenheim-Torhüter. Der macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl – und blickt mit deutlichen Worten auf seine Zeit unter Julian Nagelsmann zurück.
"Ich wusste es schon länger", sagte Baumann nach Hoffenheims 0:2 in der Europa League bei OFI Kreta zu "Sky". Klopps Entscheidung müsse er akzeptieren, stellte aber klar: "Sie gefällt mir nicht, das ist ganz klar."
Noch mehr schmerzt den 36-Jährigen allerdings, was vor der WM passiert war. Nagelsmann hatte zunächst auf Baumann gesetzt, nach der Rückkehr von Manuel Neuer aber wieder dem Bayern-Star den Vorzug gegeben. Baumann musste das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada von der Ersatzbank verfolgen.
"Das im Sommer tat deutlich mehr weh. Das war unfassbar, wie das gelaufen ist. Ich wusste ja nicht, wo ich dran bin", kritisiert Baumann. Auf die Frage, ob er sich damals nicht ausreichend informiert gefühlt habe, legte er nach: "Nicht nur aus einer Richtung tatsächlich." Ein deutlicher Seitenhieb gegen den ehemaligen deutschen Teamchef Nagelsmann.
Unter Klopp beginnt auf der Torhüter-Position nun ein neues Kapitel – zunächst ohne Baumann. Der neue Teamchef nominierte gleich fünf Keeper: Marc-Andre ter Stegen, Finn Dahmen, Alexander Nübel, Jonas Urbig und Noah Atubolu.