Ärger bei Anrainern

"Unfassbarer Lärm!" Moped-Rowdys rauben Wienern Schlaf

Nächtlicher Moped-Lärm bringt eine Seestädter Anrainerin zur Verzweiflung. Raser donnern durch die Straßen, selbst Lüften wird zur Belastungsprobe.
02.11.2026, 07:15
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"Wenn wir unsere Tochter schlafen legen, fängt das Geheule an", klagt Mathilda F. (Name geändert). Die 32-Jährige lebt seit 2019 in der Seestadt, fühlt sich hier zuhause. Einzig der nächtliche Motorrad-Lärm lässt sie und ihre Familie verzweifeln. "Es war zwar schon immer so, aber seit wir ein Kind haben, fällt es uns natürlich noch mehr auf."

"Fahren mit 80 durch 30er Zone"

Zu fünft oder sechst sollen Jugendliche auf Motorrädern oder Mopeds durch die Janis-Joplin-Promenade rasen. "Es sind Rowdys, die geil auf Motorengeräusche sind, Aufsehen erregen wollen und Spaß daran haben, Lärm zu machen", beschreibt die Wienerin die Situation. "Es geht alle 15 bis 30 Minuten so. Sie fahren mit 70 oder 80 km/h durch die 30er-Zone, man sieht sogar die Bremsspuren. Manchmal knallt es plötzlich, ich weiß nicht mal genau, was das ist."

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Der Akustik in der Seestadt sei geschuldet, dass der Lärm derart stark in die Wohnungen dringt. "Wir haben hier keinen Grundlärm wie etwa am Gürtel. Dadurch werden die Geräusche natürlich noch mehr hervorgehoben. Und hinzu kommt die Anordnung der Gebäude, der Lärm wird nicht geschluckt." Selbst bei geschlossenen Fenstern höre man die Straßengeräusche – und das, obwohl die Familie im vierten Stock wohnt. An Durchlüften sei nicht zu denken, trotz Temperaturen jenseits der 30 Grad im Sommer.

"Lärm ist unfassbar"

Für die junge Familie bedeutet die Situation Dauerstress: "Eltern wissen, wie wichtig es ist, dass Kinder schlafen und man auch selbst zur Ruhe kommt. Wir hoffen die ganze Zeit nur, dass sie nicht aufwacht. Wenn sie aufgeweckt wird, schreit sie natürlich, weil sie müde ist und weiterschlafen möchte. Wir sperren uns dann ohne Frischluft ein, dann geht es halbwegs."

Besonders lärmempfindlich sei sie nicht, betont die Pädagogin: "Mir ist klar, dass es SeeSTADT und nicht SeeDORF heißt. Auch der Baustellenlärm stört mich nicht. Aber dieser Lärm ist wirklich unfassbar." In den Gruppen auf Social Media, aber auch in der Nachbarschaft erfährt Mathilda F. Unterstützung, auch dort zeigt sich der Unmut über die nächtlichen Manöver.

Der Motorrad-Platz in der Janis-Joplin-Promenade sorgt für Diskussionen.
Denise Auer

Doch was wäre die Lösung? Für Mathilda F. steht fest: "Einen Großteil der Lärmbelästigung macht der Motorradparkplatz vor dem Haus aus. Ich verstehe den Sinn dieses Parkplatzes auch nicht, man kann überall sonst auch stehen." Auch ein Nachtfahrverbot wäre eine Option. Sie habe jedoch noch eine andere Idee, so die Donaustädterin: "In anderen Ländern gibt es bereits Blitzer, die auf Geräusche reagieren, also blitzen, wenn es zu laut ist. Als Stadtentwicklungsgebiet könnte die Seestadt hier ein Pilotprojekt starten."

Mehr Polizei im Einsatz

Bei der Bezirksvorstehung sowie der Polizei gingen bisher noch keine Beschwerden diesbezüglich ein, bestätigt man auf "Heute"-Anfrage. "Wenn aber mit erhöhter Geschwindigkeit gefahren wird bzw. dort eine Szene mit getunten Autos vermutet wird, ist jedenfalls die Polizei zu verständigen. Ich kann darüber hinaus die MA 46 prüfen lassen, ob hier verkehrstechnische Maßnahmen sinnvoll wären", so Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ).

Die Örtlichkeit werde bereits seit Längerem insbesondere in den Nachtstunden verstärkt bestreift, heißt es von der Polizei. In das Einsatzgebiet der Security falle die Janis-Joplin-Promenade nicht, erklärt man bei der MA 46 (Verkehrsorganisation): "Die Security kann im öffentlichen Raum nur aufmerksam beobachten und bei relevanten Vorfällen die Polizei verständigen."

ym, 02.11.2026, 07:15
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