Nerven liegen blank

Ungarn-Krimi – Orban-Minister warnt vor Bürgerkrieg

In Ungarn läuft eine Schicksalswahl. Kurz bevor die Wahllokale schließen, gehen die Lager von Viktor Orban und Peter Magyar aufeinander los.
Newsdesk Heute
12.04.2026, 15:32
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Wahl gilt als wichtigste politische Entscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90. Sie entscheidet darüber, ob Ministerpräsident Viktor Orbán nach 16 Jahren an der Macht abgelöst wird.

Orban: "Bin hier, um zu gewinnen"

Der Ministerpräsident hat in dieser Zeit einen zunehmend autoritär geprägten Staat aufgebaut, das Land auf Konfrontationskurs mit der EU gebracht und enge Beziehungen zu Russland sowie zur US-Regierung unter Donald Trump gepflegt. Rund acht Millionen Bürger sind zur Wahl aufgerufen.

Die Wahllokale öffneten am Sonntag um 6 Uhr und schließen um 19 Uhr. Klassische Wahltagsbefragungen oder Hochrechnungen gibt es nicht – mit ersten aussagekräftigen Teilergebnissen wird erst am späten Abend gerechnet.

Sowohl Amtsinhaber Orbán als auch Herausforderer Peter Magyar gaben ihre Stimmen bereits in Budapest ab. "Ich bin hier, um zu gewinnen", sagte Orbán vor Journalisten. Zugleich betonte er, eine mögliche Niederlage akzeptieren zu wollen: "Die Entscheidung des Volkes muss respektiert werden."

Betrugsvorwürfe, Warnung vor Bürgerkrieg

Magyar warnte indes vor möglichen Manipulationen. Bei einer kurzen Pressekonferenz rief er die Bürger dazu auf, zur Wahl zu gehen und Unregelmäßigkeiten zu melden. Es seien bereits 60 entsprechende Hinweise eingegangen, behauptete er – Belege dafür legte er jedoch nicht vor. Das Ergebnis wolle er nur anerkennen, wenn es keine "schweren Betrügereien" gegeben habe.

Auch Orbáns Partei Fidesz meldete zahlreiche mutmaßliche Verstöße und brachte hunderte Anzeigen ein. Dabei geht es unter anderem um verbotene Kundgebungen vor Wahllokalen. Ungarns Bauminister János Lázár ging sogar so weit und behauptete, die Gegner der Regierung würden "heute Abend oder morgen" einen Bürgerkrieg anzetteln wollen.

Zusätzlich werfen sich beide Lager vor, Stimmen innerhalb der Roma-Minderheit gekauft zu haben. Die gegenseitigen Anschuldigungen sorgen kurz vor Wahlschluss für zusätzliche Spannungen in einem ohnehin hoch polarisierten Wahlkampf.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.04.2026, 15:32
Jetzt E-Paper lesen