Kunstkrimi spitzt sich zu

Ungarn will Millionen-Bild von Gustav Klimt zurück

Ein verschollen geglaubtes Millionen-Gemälde von Gustav Klimt sorgt für diplomatische Spannungen – Ungarn will uns das Bild wegnehmen.
Thomas Peterthalner
13.11.2025, 10:03
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Fast ein Jahrhundert war es verschwunden – nun flammt ein Streit um eines der rätselhaftesten Werke des weltbekannten Künstlers Gustav Klimt auf: Es geht um das Porträt des afrikanischen Prinzen William Nii Nortey Dowuona, das der Jugendstil-Meister 1897 gemalt hatte. Die Wiener Staatsanwaltschaft hat das Bild jetzt sicherstellen lassen – Ungarn erhebt Anspruch auf das Kunstwerk, das heuer auf einer Kunstmesse in Maastricht (Belgien) für Aufsehen sorgte.

Verschollenes Bild sofort erkannt

Alles begann im Jahr 2021, als ein Sammlerpaar das stark verschmutzte Bild in einer Wiener Galerie abgab. Klimt-Experte Alfred Weidinger erkannte es laut "Krone"-Bericht angeblich sofort: Es war jenes Werk, das er seit 20 Jahren gesucht hatte. Das Porträt zeigt den ghanaischen Prinzen im Dreiviertelprofil mit weißem Mantel – Klimts Version gilt als mutiger und moderner als das zweite Bild von Malerkollege Franz Matsch, das in Luxemburg ausgestellt ist.

Auf Flucht vor Nazis verschwunden

Nach Klimts Tod wurde das Gemälde 1923 in Wien versteigert. 1928 war es im Besitz der jüdischen Sammlerin Ernestine Klein, die mit ihrem Mann Felix in der ehemaligen Klimt-Villa in Hietzing lebte. 1938 mussten sie vor den Nazis fliehen – vom Bild fehlte jahrzehntelang jede Spur.

Kunst-Krimi geht weiter

Angeblich wurde das Werk laut "Zib2"-Bericht Ende der 1930er-Jahre nach Ungarn gebracht, um es vor dem NS-Regime zu schützen – dort soll es weiterverkauft worden sein. Doch bei der Ausfuhr nach Österreich sei verschwiegen worden, dass es sich um ein echtes Klimt-Gemälde handle, behaupten nun die ungarischen Behörden. Die Wiener Galerie bestreitet das.

Bild ist Millionen Euro wert

Obwohl sich die Erben von Ernestine Klein mit dem aktuellen Besitzer inzwischen geeinigt haben, hat das Bild noch keinen Käufer gefunden – obwohl es für eine Summe im zweistelligen Millionenbereich gehandelt wurde. Jetzt liegt der Fall bei der Justiz – mit offenem Ausgang.

{title && {title} } pet, {title && {title} } Akt. 13.11.2025, 10:37, 13.11.2025, 10:03
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