Was als Schulstart mit guten Gefühlen begann, endete mit einem Wechsel an eine teure Privatschule. Sabine G. (Name von der Redaktion geändert) meldete ihre Tochter Lena mit sechs Jahren an einer öffentlichen Volksschule in Wohnnähe an. Gebäude, Lehrer, Umfeld - zunächst schien alles zu passen. Doch schon bald kamen die ersten Zweifel.
"In Lenas Klasse konnten nur vier Kinder Deutsch", erzählt die dreifache Mutter. Der Unterricht habe sich immer wieder verzögert, weil viel erklärt und übersetzt werden musste. Für den regulären Stoff sei kaum Zeit geblieben. Der Lernerfolg ihrer Tochter habe darunter gelitten.
Nach dem ersten Schuljahr konnte Lena das ABC noch nicht. Gleichzeitig mussten mehrere Kinder die erste Klasse wiederholen. Für Sabine war das ein deutliches Alarmsignal.
Auch in der zweiten Schulstufe entspannte sich die Lage nicht. Ein neunjähriger Bub saß noch immer in der zweiten Klasse, nachdem er zweimal sitzengeblieben war - laut der Mutter wegen fehlender Deutschkenntnisse. Altersunterschiede und unterschiedliche Entwicklungsstände prägten die Klasse.
Der entscheidende Moment kam für Sabine jedoch im Alltag daheim. Plötzlich wollte Lena kein Schnitzel mehr essen. Schweinefleisch sei "unrein", habe sie von Mitschülern gehört. "Ich hatte das Gefühl, mein Kind wird stark beeinflusst", sagt die Mutter. Als Lena im Sommer keine kurze Kleidung mehr anziehen wollte, zog Sabine die Konsequenzen.
Nach der zweiten Klasse wechselte das Mädchen an eine Privatschule im dritten Bezirk. Die Kosten liegen bei 560 Euro pro Monat. Trotz der finanziellen Belastung bereut die Mutter den Schritt nicht. "Ich wollte nicht zusehen, wie meine Tochter den Anschluss verliert", sagt sie. "Es geht um ihre Zukunft."
Für Sabine ist klar: Die Entscheidung war teuer - aber aus ihrer Sicht notwendig.