Nach Tag eins war es noch 1:1 gestanden. Doch das Doppel Lucas Miedler/Neil Oberleitner und Österreichs Nummer eins Jurij Rodionov gewannen ihre Spiele gegen die starken Belgier am Samstag und fixierten den 3:1-Erfolg im Davis-Cup-Duell. Damit ist Rot-Weiß-Rot zum zweiten Mal in Folge beim "Final 8" des Davis Cups in Bologna vertreten, gehört erneut zu den besten acht Tennis-Nationen der Welt. Das Finalturnier steigt Ende November.
Das musste freilich gefeiert werden. Schon nach dem verwandelten Matchball hatte sich Österreichs Nummer eins Rodionov, der beide Einzel gewonnen hatte, erleichtert zu Boden fallen lassen. Die Teamkollegen kamen zum Jubeln. Dann hallte Rainhard Fendrichs Klassiker "I Am From Austria" durch das temporär aufgebaute Tennisstadion im Prater. Der Jubel kannte keine Grenzen.
Das zeigte sich dann auch einige Minuten später, als der erleichterte Rodionov im "ORF" ein Interview gab. "Es war ein hartes Stück Arbeit, es war so viel Emotion, war sehr intensiv und nervenaufreibend. Ich war einfach nur froh, dass ich den Sack zumachen konnte", strahlte Rodionov, der als Nummer 142 dem Weltranglisten-38. Zizou Bergs aus Belgien den Zahn gezogen hatte. "Es ging nicht darum, wer der bessere Tennisspieler ist, sondern wer die Nerven behält, wer cool bleibt. Dass die Hand bei so einem wichtigen Match nicht ruhig ist, der Kopf nicht frei ist, das ist logisch", sagte Österreichs Tennis-Ass.
Ehe die Teamkollegen angesprintet kamen. Miedler, Oberleitner und auch Lukas Neumayer, der zweite Einzelspieler, crashten plötzlich hüpfend das Live-Interview im öffentlich-rechtlichen Sender. "Unser Bobby, unser Bobby", sangen die drei Tennis-Asse, nannten Rodionov dann bei seinem Spitznamen. Der kurze Live-Crash war danach aber beendet. "Das Team hat mir geholfen, es über die Ziellinie zu bringen. Mit dem Druck und dem starken Gegner hätte ich es heute nicht alleine geschafft", meinte Rodionov dann.
"Jeder Einzelne hat seinen Beitrag geleistet", lachte Oberleitner. "Wir sind eines der besten Teams", ergänzte Miedler dann. Ehe wieder Rodionov kam und eine Flasche Champagner in der Hand hatte. Einzig das Feiern muss er noch üben. Denn die Flasche hatte keinen Korken. Da fiel das klassische Champagner-Spritzen eher mager aus.