Japan will den Übertourismus in den Griff bekommen – und greift dafür tief in die Preisschraube. Nach dem Besucher-Rekord 2025 sollen Touristen künftig an mehreren Stellen deutlich mehr zahlen.
Mehr als 39 Millionen Menschen reisten aus dem Ausland an. Wirtschaftlich ein Gewinn – für viele Einheimische aber zunehmend ein Problem. Vor allem in Kyoto, Osaka und Nara sind Hotspots dauerhaft überfüllt. Tempel, enge Gassen und Sehenswürdigkeiten leiden laut Berichten unter Lärm, Müll und Abnutzung. Jetzt zieht das Land Konsequenzen, um die Ströme zu bremsen.
Ein erstes deutliches Signal kommt von der berühmten Burg Himeji in der Präfektur Hyōgo. Dort wird der Eintritt laut dem Portal Reisereporter fast verdreifacht: Ab 1. März 2026 zahlen alle Besucher, die nicht in der Stadt Himeji leben, rund 14 Euro. Für Einheimische bleibt es bei etwa 5,50 Euro. Die Regel betrifft auch Japaner, die als Touristen durchs eigene Land reisen.
Auch Kyoto greift durch: Ab April 2026 steigen die Übernachtungssteuern spürbar. Wer günstig übernachtet (unter 33 Euro pro Nacht), zahlt weiter knapp 1 Euro Abgabe. Mit dem Zimmerpreis klettert aber auch die Steuer – und bei Luxusunterkünften mit mehr als 300 Euro pro Nacht werden künftig 25 Euro zusätzlich fällig. Bezahlt wird das direkt im Hotel.
Die zusätzlichen Einnahmen sollen in Instandhaltung, Reparaturen und den Schutz der touristischen Highlights fließen. Die massiven Besucherströme hätten sichtbar Spuren hinterlassen, heißt es.
Laut dem Japan-Infoportal Sumikai plant außerdem die Tempelstadt Koya ab 2028 eine Sondersteuer für Urlauber. Weitere Preiserhöhungen seien laut Berichten im Tourismus-Plan des japanischen Verkehrsministeriums bis 2030 verankert. Wer eine Japan-Reise plant, muss also womöglich bald noch tiefer in die Tasche greifen.
Japan ist mit dem Kurs nicht allein: In Griechenland stieg der Eintritt vieler Sehenswürdigkeiten um bis zu 50 Prozent. Und in Paris zahlen Besucher von außerhalb Europas inzwischen deutlich mehr. Der Louvre erhöhte den Eintritt um 45 Prozent, von 22 auf 32 Euro.