Wer durch Florenz schlendert, kennt das Bild: dicht gedrängte Tische, Schirme und Plattformen in fast jeder Gasse. Doch genau damit soll jetzt Schluss sein. Die Stadt zieht die Notbremse – und das in einem Ausmaß, das selbst viele Einheimische überrascht.
Wie italienische Medien berichten, liegt eine neue Vereinbarung zur "Nutzung öffentlicher Räume für die Bewirtung im Freien in städtischen Gebieten oder Umgebungen von künstlerischem, historischem, archäologischem und landschaftlichem Interesse" bereits fix vor. Einzig der Stadtrat muss noch formell zustimmen.
Der Plan sieht vor, die Außengastronomie in 50 Straßen des Unesco-Stadtgebiets komplett zu streichen. In weiteren 73 Straßen werden strikte Nutzungsregeln eingeführt. Ziel ist es laut Stadtverwaltung, den historischen Raum zu schützen und wieder freier begehbar zu machen.
Stadtrat Jacopo Vincini betonte im Corriere Fiorentino:
"Wir wollen damit den öffentlichen Raum und das florentinische Erbe schützen."
Durch die Maßnahmen werde man Florenz in Italien "lebenswerter" machen.
Hintergrund sind Beschwerden von Anrainern, berichtet La Nazione. Für viele gleiche ein Spaziergang durch das Zentrum mittlerweile einem "Hindernisparcours" – auf Gehwegen sei wegen Tischen, Schirmen und Überdachungen kaum noch Platz.
Besonders streng wird es auf der Piazza della Repubblica: Dort sollen die Außenbereiche künftig einheitlich und symmetrisch wirken und in der Platzmitte ausreichend Raum für Passanten lassen.