Megaprojekte ohne Umwelt-Check

Grüne orten Gesetzeslücke bei Rechenzentren

Angesichts neuer Bauprojekte fordern die NÖ Grünen die Bundesregierung auf, eine schärfere Prüfung von Rechenzentren gesetzlich zu verankern.
Newsdesk Heute
28.08.2026, 13:51
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Wie von "Heute" berichtet, soll in Leopoldsdorf im Bezirk Bruck an der Leitha ab 2027 ein Rechenzentrum des US-Konzerns CloudHQ entstehen. Ein weiteres Datacenter eines deutschen Entwicklers ist nur ein paar hundert Meter weiter geplant. Auch in Oberösterreich entsteht mit dem Google-Rechenzentrum in Kronstorf gerade ein neues Mega-Projekt.

In einer Presseaussendung üben die Grünen jetzt scharfe Kritik: Für keines dieser Projekte sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich gewesen. Das stellt ihrer Ansicht nach eine grobe Lücke im Bundesgesetz dar.

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Hoher Energiebedarf

Das neue Rechenzentrum in Leopoldsdorf könnte im Vollausbau eine Strom-Anschlussleistung von 200 Megawatt erreichen - das Google-Rechenzentrum im oberösterreichischen Kronstorf sogar bis zu 500 Megawatt. Dass die Projekte angesichts des hohen Energieverbrauchs nicht schärfer geprüft werden, können die Grünen nicht nachvollziehen.

"Ein Windpark braucht ab 30 Megawatt ein volles UVP-Verfahren, in schutzwürdigen Gebieten schon ab 15. Jede einzelne Anlage wird jahrelang geprüft, bis zur letzten Fledermaus", betont NÖ-Landessprecherin Helga Krismer. "Ein Rechenzentrum mit 200 Megawatt benötigt gar keines."

Kritik am Wasserverbrauch

Gerade im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels fordert Krismer, dass Rechenzentren den Strom für ihren hohen Verbrauch selbst erzeugen. Das sei umso wichtiger, da die Wasserkraft in Dürresommern einbreche.

Auch der hohe Wasserverbrauch zu Kühlung der Zentren sei problematisch: "Wer im trockensten Jahr seit 1850 Kühlwasser aus dem Grundwasser zieht, muss das in einem geschlossenen Kreislauf tun", stellt Krismer klar.

UVP-Gesetz soll erweitert werden

"Wer Energie erzeugt, wird auf Herz und Nieren geprüft. Wer sie verbraucht, nicht", fasst Krismer zusammen. Und macht deutlich, dass es sich dabei um keine "Ideologiefrage" handle, sondern um eine reine Gesetzeslücke: Rechenzentren seien im Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz des Bundes bis heute gar nicht erfasst.

Mit einem Antrag fordern die Grünen die NÖ Landesregierung deshalb auf, Druck auf die Bundesregierung auszuüben: Diese soll im betreffenden Gesetz eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung für Rechenzentren verankern.

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