In einem Industriegebiet südlich von Wien soll ein großes Rechenzentrum des US-Konzern CloudHQ gebaut werden. Der Gemeinderat von Leopoldsdorf (Bezirk Bruck an der Leitha) hat vor kurzem grünes Licht für das 25 Meter hohe Gebäude gegeben - der Bau soll 2027 starten.
Laut orf.at ist das aber noch nicht alles: In Leopoldsdorf ist nämlich noch ein zweites Rechenzentrum geplant. Das hat Bürgermeister Fritz Blasnek (ÖVP) vor Kurzem bestätigt. Nur ein paar hundert Meter weiter will auch der deutsche Entwickler NDC-Garbe ein Datacenter errichten. Die nötige Umwidmung steht aber noch aus.
Schon jetzt sorgen beide Projekte für Diskussionen. Die Grünen aus der Nachbargemeinde Maria Lanzendorf machen sich Sorgen um das Landschaftsbild und befürchten, dass die Rechenzentren in Leopoldsdorf störenden Lärm verursachen könnten. Außerdem heißt es, dass große Mengen an Abwärme entstehen würden, für die es derzeit keine Nutzung gibt. Eine Initiative hat sogar schon eine Petition gegen die Rechenzentren gestartet.
Bürgermeister Blasnek sieht das anders. Seiner Meinung nach wird man von den Rechenzentren nichts hören. "Null Lärmemissionen", betont er im Gespräch mit noe.ORF.at. Auch beim Thema Abwärme werde schon nach einer Lösung gesucht. So wird etwa geprüft, ob man die Abwärme in ein Fernwärmesystem einbinden kann.
Blasnek meint außerdem, dass ein Rechenzentrum für die Gemeinde die bessere Wahl sei als Betriebe, die für viel LKW-Verkehr sorgen würden. "Ich verstehe die Aufregung nicht, in Achau gibt es auch ein Datacenter-Projekt, dort beschwert sich aber niemand."
Seit Anfang Juni gelten in Niederösterreich neue Regeln für den Bau von Rechenzentren. Damit könnte im Land eine niedrige zweistellige Zahl solcher Zentren entstehen. Das Land unterstützt jedenfalls den Ausbau, will Nutzungskonflikte aber möglichst vermeiden.