Ein erschütternder Fall von Kindesmissbrauch beschäftigte das Landesgericht Klagenfurt. Ein 64-jähriger Vater hatte sich an seiner damals elfjährigen Tochter vergangen. Vor Gericht gestand er die Taten, spielte sie zunächst jedoch herunter.
"Ja, ich habe meine Tochter gern massiert und das ist ein bisserl eskaliert", habe der Angeklagte vor Richter Gernot Kugi erklärt. Das Mädchen sei bei seinen Besuchen nach der Trennung der Eltern immer "sehr verspannt" gewesen, heißt es in der "Kronen Zeitung".
Tatsächlich hatte der Mann seine Tochter wiederholt im nackten Intimbereich berührt. Selbst als ihm vor Gericht die Strafbarkeit seines Handelns erklärt wurde, verharmloste er die Übergriffe weiter. "Es tut mir leid. Aber es hat dem Kind ja doch auch gut getan", behauptete der 64-Jährige.
Erst als dem Vater die Videoaussage seiner Tochter vorgespielt wurde, änderte sich seine Haltung. Das Mädchen schilderte darin, was es erlebt hatte und welche Folgen der Missbrauch für sein Leben hatte. Die Tochter begann, sich selbst zu verletzen, litt unter Depressionen und wollte keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater.
Als der Angeklagte daraufhin Tränen in den Augen hatte, fragte ihn sein Verteidiger Markus Steinacher nach dem Grund. "Weil ich jetzt einsehe, dass es sehr falsch war", antwortete der Mann.
Das Gericht verurteilte den 64-Jährigen zu 30 Monaten Haft, davon zehn Monate unbedingt. Zusätzlich muss er 2.000 Euro Teilschmerzengeld zahlen. Bei der Strafbemessung wurde berücksichtigt, dass der Mann geständig war, die Taten bereits sieben Jahre zurückliegen und er keinen Kontakt mehr zum Opfer oder zu anderen Kindern hat.
Dem Vater hatten wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses bis zu zehn Jahre Haft gedroht. Er nahm das Urteil an.