Polizei setzt Wasserwerfer ein

Vermummte, Straßenschlacht! GenZ-Demo eskaliert völlig

Tausende Jugendliche protestieren in Köln zunächst friedlich. Dann sorgt eine Gruppe Vermummter für Ärger – es kommt zu einer Straßenschlacht.
31.10.2026, 16:51
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Erst friedlicher Protest, dann chaotische Szenen: Bei den bundesweiten "Gen Z regelt"-Demonstrationen spitzt sich am Samstag (31. Oktober) die Lage in Köln zu. Nachdem die Veranstalter ihre Kundgebung beendet haben, fliegen Böller und Gegenstände, Rauch steigt auf. Die Polizei geht gegen Randalierer vor und ordnet den Einsatz von Wasserwerfern an.

Ein Reporter beobachtet mindestens eine verletzte Frau, die blutet. Auch in Hannover und Hamburg kommt es zu Zwischenfällen.

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Am Kölner Konrad-Adenauer-Ufer hatten sich am Samstagnachmittag überwiegend junge Menschen versammelt, um für bessere Bildung, mehr Klimaschutz und gegen die Wehrpflicht zu demonstrieren.

Für die Kundgebung waren rund 15.000 Teilnehmer angemeldet. Die tatsächliche Zahl der erschienenen Demonstranten lag nach Berichten örtlicher Medien allerdings deutlich darunter. Viele der Anwesenden protestierten friedlich.

Auf Plakaten stand unter anderem: "Ich will studieren, nicht salutieren." Andere Demonstranten riefen: "Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft." Doch im weiteren Verlauf kam es zu Störungen.

Vermummte lösen sich aus Kundgebung

Wie FOCUS online berichtet, entfernte sich eine Gruppe von der genehmigten Versammlung. Unter den Personen waren demnach auch Vermummte. Laut den Veranstaltern der GenZ-Demo habe es sich dabei um "Nazis" gehandelt, die einschlägige Parolen skandiert und auch Pyrotechnik eingesetzt hätten.

Die Polizei stellte bei der Versammlung Vermummungen und den Einsatz von Pyrotechnik fest. Der ursprünglich geplante Demonstrationszug durch Köln wurde deshalb nicht zugelassen. Die Kundgebung hätte nach Polizeiangaben als Versammlung am Rheinufer fortgesetzt werden können. Die Veranstalter entschieden jedoch, sie zu beenden, da sie die friedliche Durchführung der Veranstaltung nicht mehr garantieren konnten.

Nach Auflösung eskaliert die Lage

Doch damit war die Situation noch nicht beruhigt. Kurz nach dem Ende der Kundgebung kam es laut FOCUS online zu Ausschreitungen. Randalierer warfen Böller, Rauchbomben wurden gezündet und Gegenstände flogen. Die Polizei forderte die Anwesenden auf, das Abbrennen von Pyrotechnik und das Werfen von Gegenständen sofort zu unterlassen. Zudem sollten sich alle Personen in Richtung Norden entfernen.

Angesichts der zunehmend angespannten Lage ordnete die Polizei laut dem Bericht den Einsatz von Wasserwerfern an.

Reporter sieht blutende Verletzte

Besonders besorgniserregend: FOCUS-Reporter Frank Gerstenberg beobachtete im Bereich der Ausschreitungen mindestens eine verletzte Frau, die blutete. Wie schwer die Frau verletzt wurde und wodurch sie ihre Verletzungen erlitt, war zunächst unklar.

Nach Darstellung des Reporters hatten die Veranstalter ihre Kundgebung zu diesem Zeitpunkt bereits beendet. Die späteren Ausschreitungen gingen demnach von Randalierern aus, die sich weiterhin im Bereich der Versammlung aufhielten.

Frau (58) in Hannover verletzt

Auch in anderen deutschen Städten gab es am Samstag Zwischenfälle. In Hannover wurde nach Angaben der Bundespolizei gegen 14.50 Uhr ein Knallkörper aus einer Gruppe junger Menschen geworfen. Eine 58-jährige Frau wurde dabei leicht am Unterschenkel verletzt. Der mutmaßliche Täter konnte zunächst nicht gefasst werden.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Fünf Zeugen konnten bereits ausfindig gemacht werden. Ob die Gruppe, aus der der Knallkörper geworfen wurde, tatsächlich zur "GenZ regelt"-Demonstration gehörte, war zunächst unklar.

Der eigentliche Demonstrationszug setzte sich unterdessen lautstark, aber friedlich in Richtung Steintor in Bewegung.

Polizei greift bei Demo durch

Die Stimmung in Hannover blieb angespannt. Laut FOCUS online zogen Polizisten einen Teilnehmer aus der Menge. Außerdem waren weitere Knallgeräusche zu hören. Später wurden aus der Menschenmenge heraus Leuchtfackeln gezündet. Die Polizei erinnerte an das Pyrotechnikverbot und kündigte mögliche Identitätsfeststellungen an.

Nach Angaben des NDR beteiligten sich rund 1.500 Menschen an der Demonstration in Hannover.

Auch in Hamburg Böller und Pyrotechnik

In Hamburg gingen ebenfalls Tausende Menschen auf die Straße. Der Protestzug führte vom Jungfernstieg in Richtung Hauptbahnhof. Wie die "Hamburger Morgenpost" berichtete, wurde ein Demonstrant von der Polizei mitgenommen.

Zudem sollen im Umfeld der Demonstration Böllerwürfe und der Einsatz von Pyrotechnik zugenommen haben. Nähere Angaben zu den Hintergründen der polizeilichen Maßnahme lagen zunächst nicht vor.

"Unser Protest ist friedlich"

Die Initiative "GenZ regelt" distanziert sich ausdrücklich von Gewalt und extremistischen Gruppen. Auf ihrer offiziellen Internetseite heißt es unmissverständlich: "Unser Protest ist friedlich, ohne Ausnahme." Auch Extremismus, Rassismus, Ableismus und Hetze hätten bei den Aktionen keinen Platz, betonen die Organisatoren.

Die Bewegung fordert unter anderem bessere Bildungschancen, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, mehr Klimaschutz und eine Abkehr von der Wehrpflicht. Für Samstag waren in mehr als 30 deutschen Städten Protestaktionen angekündigt. Nicht alle Veranstaltungen werden unmittelbar von der Initiative selbst organisiert.

Proteste gehen weiter

Trotz der Zwischenfälle fanden zahlreiche Kundgebungen ohne größere Störungen statt. So beteiligten sich in Bremen nach Angaben von Radio Bremen rund 1.600 Menschen an den Protesten. Auch aus weiteren Städten wurden friedliche Demonstrationen gemeldet.

In Köln hingegen konnte der ursprünglich vorgesehene Demonstrationszug nicht durchgeführt werden. Die Ereignisse zeigen, wie einzelne Störungen den Ablauf einer großen Versammlung beeinflussen können – obwohl die überwiegende Mehrheit der Demonstrierenden friedlich für ihre Anliegen auf die Straße geht.

red, Akt. 31.10.2026, 17:03, 31.10.2026, 16:51
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