Frust, Ernüchterung, Erschütterung und vor allem auch Ratlosigkeit – bei der Wiener Austria war der Schock nach dem verlorenen Spiel in Altach riesengroß. Die Veilchen kassierten mit der 1:2-Pleite im Ländle die dritte Niederlage in Serie und rutschten auf den elften Tabellenplatz ab, könnten am Samstag sogar Letzter werden. Dabei lagen die verunsichert wirkenden Wiener nach dem Treffer von Johannes Eggestein in Front (70.), ehe Patrick Greil mit einem Super-Freistoß (70.) und Yann Massombo mit einem von Reinhold Ranftl abgefälschten Schuss (80.) die Partie noch drehten.
Und die Austria damit ins Tal der Tränen, ganz tief in die Krise schossen. "Es liegt an uns Spielern. Wir tun uns schwer, Spiele zu gewinnen, spielen eigentlich eine recht ordentliche erste Halbzeit und gehen in Führung", meinte Austria-Kapitän Manfred Fischer nach dem Schlusspfiff bei "Sky", versuchte, die Niederlage zu erklären. Man müsse zumindest das Unentschieden mitnehmen. "Aber dann passiert immer irgendetwas in der Mannschaft. Die letzten 20 Minuten waren sauwild", schüttelte der Kapitän über die desolate Defensivleistung den Kopf.
Die Quittung gab es nach dem Schlusspfiff von den Fans präsentiert. Die drehten den Spielern den Rücken zu. "Es ist irgendwann verständlich, dass sie die Schnauze voll haben. Es ist ein grausiger Tag, macht wenig Spaß", so der Kapitän. "Ich bin so enttäuscht, kann nichts mehr sagen. Es tut mir so leid für den gesamten Verein, dass wir uns in diese Situation reingebracht haben", reagierte Fischer emotional, rang nach Worten. Und konnte die Leistung selbst nicht erklären.
Eine Erklärung hatte auch Führungstorschütze Eggestein nicht. "Bis zum 1:1 haben wir ein gutes Spiel gemacht, hatten es unter Kontrolle. Im Moment läuft wenig für uns. Wir müssen über unser Verteidigungsverhalten sprechen, die Anzahl an Gegentoren", legte auch der Deutsche den Finger in die Wunde.
Da bleibt die Frage: Ist Coach Stephan Helm noch der Richtige? Kann er das Ruder noch herumreißen? Beide Spieler stärkten dem Trainer jedenfalls den Rücken, wenn auch nicht mit der allerletzten Konsequenz. "Wir stehen hinter dem Trainer, gehen durchs Feuer, solange er da ist. Alles andere können wir nicht beeinflussen", so Fischer. Und Eggestein ergänzte: "Ich unterstütze Stephan, wo ich kann, ich glaube an den Plan, den wir haben. Aber ich kann nur meinen Job auf dem Platz machen." Und das haben die Austria-Spieler in den letzten Wochen nicht ausreichend gemacht.
Die nächsten Stunden werden entscheidend. Auch, weil es für die Austria nun Schlag auf Schlag geht. Am Dienstag wartet im ÖFB-Cup Hartberg, am 1. November geht es dann im Wiener Derby gegen Rapid. Die Austria könnte am Samstag Tabellen-Letzter werden.