Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich lässt kein gutes Haar an den Supermärkten. Die Kritik: Der Handel ersetze österreichische Milch zunehmend durch billigere Importe. Bauern hätten trotz steigender Produktionskosten mit spürbar geringeren Verkaufserlösen zu kämpfen.
"Diese Situation gefährdet die wirtschaftliche Stabilität vieler Betriebe", erklärt Kammerpräsident Franz Waldenberger. Der Lebensmittelhandel müsse kostendeckende Preise zahlen, um die Sicherheit der heimischen Milchwirtschaft sicherzustellen.
Waldenberger weist außerdem darauf hin, dass die Diskussion über teure Nahrungsmittel auf falschen Annahmen beruhe. Wifo-Analysen würden klar belegen, dass die Landwirtschaft nicht der Preistreiber sei. Sie stehe "am Beginn der Wertschöpfungskette unter massivem wirtschaftlichem Druck".
Der Präsident rechnet vor: Der bäuerliche Anteil am Endpreis vieler Produkte liege meist unter zehn Prozent, bei Brot sogar unter fünf Prozent. Gleichzeitig würden die Betriebe die Kosten für gestiegene Energie-, Lohn- und Transportkosten tragen, "ohne diese vollständig weitergeben zu können". Das führe zu einer zunehmenden Schieflage.
Auch ein beliebtes Gericht zur Weihnachtszeit wurde zuletzt empfindlich teurer: Bratwürstel. Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich haben Qualität und Preis unter die Lupe genommen.