Am Weg zu Mäcci totgefahren

Vier Jugendliche tot – jetzt Hasswelle wegen Spenden

Nach dem Unfalltod von vier Jugendlichen kommen über 344.000 Euro an Spenden zusammen. Doch die Initiatorin einer Hilfsaktion wird massiv angefeindet.
14.10.2026, 14:09
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Nach dem tragischen Unfalltod von vier jungen Mopedfahrern bei Biesenthal in Brandenburg ist die Hilfsbereitschaft enorm. Mehr als 344.000 Euro wurden mittlerweile für die betroffenen Familien gesammelt.

Doch ausgerechnet eine Frau, die den Hinterbliebenen helfen möchte, sieht sich heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Im Internet kamen Zweifel auf, ob die Angehörigen überhaupt von der Spendenaktion wussten und was mit dem vielen Geld passieren würde.

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Die Initiatorin Djamila P. wehrt sich gegen die Vorwürfe und erklärt nun, wie die Spendensumme an die Familien ausgezahlt werden soll.

Über 274.000 Euro für vier Familien gesammelt

Die junge Frau hatte nach dem tödlichen Verkehrsunfall vom 7. Oktober eine Spendenkampagne auf der Plattform GoFundMe eingerichtet. Unter dem Titel "Hilfe für die Familien von vier jungen Menschen" wollte sie die Angehörigen finanziell unterstützen.

"Nichts kann den Schmerz über diesen unbegreiflichen Verlust nehmen. Doch wir können den Familien in dieser schweren Zeit zumindest finanziell ein wenig zur Seite stehen. Jeder noch so kleine Betrag kann helfen und den Angehörigen zeigen, dass sie in dieser schweren Zeit nicht alleine sind", ist in dem Aufruf zu lesen

Die Resonanz war überwältigend: Mittlerweile wurden 274.898 Euro gespendet. Das ursprüngliche Spendenziel von 42.000 Euro wurde damit um ein Vielfaches übertroffen.

Dazu kommt eine zweite Spendenaktion, die offenbar von der Schwester der erst 14-jährigen Vivien ins Leben gerufen wurde. Für einen würdevollen Abschied von dem Mädchen kamen weitere 69.914 Euro zusammen.

Insgesamt wurden bei beiden Aktionen damit bereits 344.812 Euro gesammelt.

Plötzlich hagelt es heftige Vorwürfe

Doch die enorme Hilfsbereitschaft löste auch eine unerwartete Debatte aus. Wie der "Berliner Kurier" berichtet, machten im Internet Gerüchte die Runde, wonach die Familien der Unfallopfer angeblich gar nichts von der Spendenaktion wussten und die Organisatorin nicht kennen würden.

Daraus entwickelten sich schwere Vorwürfe gegen die junge Frau. Djamila P. erklärte gegenüber dem "Nordkurier", dass sie inzwischen Kontakt zu den Familien habe.

Ursprünglich habe sie lediglich für die Angehörigen eines der Verstorbenen Geld sammeln wollen. Einer der Jugendlichen sei ein Freund ihrer kleinen Schwester aus Kindergartenzeiten gewesen. Nach einem Gespräch mit ihrer Mutter sei schließlich die Idee entstanden, die Hilfsaktion auf alle vier betroffenen Familien auszuweiten.

"Ich wollte für die Familien etwas Gutes tun"

Die heftigen Reaktionen treffen die Initiatorin nach eigenen Angaben schwer. "Ich wollte für die Familien etwas Gutes tun, jetzt wird es so zerfetzt", sagte sie dem "Nordkurier". Sie sei keine bekannte Influencerin, sondern habe schlicht helfen wollen.

Der Unfall habe sie auch persönlich erschüttert. Ihre eigene kleine Schwester sei ungefähr im Alter der Verunglückten und wünsche sich einen Mopedführerschein. Angesichts der Tragödie habe sie ihrer Mutter gegenüber erklärt, dass ihre Schwester niemals Moped fahren dürfe.

Das passiert jetzt mit dem Spendengeld

Besonders die Frage, wohin die gesammelten Spenden fließen, sorgte für Diskussionen. Dazu stellte die Organisatorin gegenüber dem Regionalportal "Bernau Live" klar, dass das Geld nicht für sie persönlich bestimmt sei. Stattdessen soll die Spendensumme zunächst auf ein Treuhandkonto bei einer Bank überwiesen werden.

Anschließend ist laut ihren Angaben vorgesehen, das Geld zu gleichen Teilen an die vier betroffenen Familien auszuzahlen. Bei dem zuletzt übermittelten Spendenstand von 274.898 Euro wären das rechnerisch rund 68.725 Euro pro Familie. Die separate Spendenaktion für Viviens Beerdigung ist davon unabhängig.

Vier junge Menschen starben bei Überholmanöver

Hinter der Spendenwelle steht eine Tragödie, die eine ganze Region erschüttert hat. Am Mittwochabend (7. Oktober) gegen 19.40 Uhr wollte ein 61-jähriger Autofahrer auf der Rüdnitzer Chaussee bei Biesenthal mehrere Fahrzeuge überholen. Dabei stieß er mit entgegenkommenden Mopeds zusammen.

Drei Mopedfahrer und eine erst 14-jährige Mitfahrerin starben noch an der Unfallstelle. Die Verstorbenen waren 14, 15, 16 und 19 Jahre alt. Ein weiterer Jugendlicher konnte mit seinem Moped rechtzeitig ausweichen und überlebte unverletzt. Der Autofahrer wurde schwer verletzt in ein Berliner Krankenhaus gebracht. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

red, 14.10.2026, 14:09