Ein schrecklicher Verkehrsunfall erschüttert eine ganze Region in Deutschland. Am Mittwochabend (7. Oktober) sind bei einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Auto und mehreren Mopeds nahe Biesenthal in Brandenburg vier junge Menschen ums Leben gekommen. Das jüngste Opfer war gerade einmal 14 Jahre alt.
Gegen 19.40 Uhr war ein 61-jähriger Autofahrer auf der Landstraße L200 zwischen Biesenthal und Wullwinkel unterwegs. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wollte der Mann mehrere Fahrzeuge überholen. Dabei krachte er frontal in drei entgegenkommende Mopeds.
Für die Jugendlichen kam jede Hilfe zu spät. Drei Mopedfahrer im Alter von 15, 16 und 19 Jahren sowie ein 14-jähriges Mädchen, das auf einem der Mopeds mitgefahren war, erlitten tödliche Verletzungen. Sie starben noch an der Unfallstelle.
Der Wagen des 61-Jährigen überschlug sich nach der Kollision und ging in Flammen auf. Der Lenker wurde schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Berliner Krankenhaus geflogen.
Ein weiterer Jugendlicher hatte unglaubliches Glück: Er war mit einem vierten Moped unterwegs, konnte dem herannahenden Auto aber noch rechtzeitig ausweichen und blieb unverletzt. Ein Cousin eines Unfallopfers sagte gegenüber "Bild", dass die Jugendlichen am Abend zu McDonald’s fahren wollten.
Der tödliche Unfall sorgt in der gesamten Region für Entsetzen. "Alle sind total geschockt. Das ist eine ganz schlimme Tragödie", erklärte Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU).
Am Donnerstag legten Trauernde Blumen und Kerzen an der Unfallstelle nieder. Auch für die alarmierten Rettungskräfte war der Einsatz besonders belastend. Notfallseelsorger kümmerten sich um Angehörige, die teilweise noch am Unfallabend zum Unglücksort gekommen waren.
Die Polizei ermittelt inzwischen gegen den 61-jährigen Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung. Sachverständige sollen klären, wie es zu dem folgenschweren Zusammenstoß kommen konnte. Wie schnell der Mann zum Unfallzeitpunkt unterwegs war, ist noch unklar.
Auch an den Schulen in der Umgebung herrscht tiefe Trauer. Der Landkreis Barnim hat psychologische Unterstützung für betroffene Schulen organisiert. Als Zeichen der Anteilnahme bleiben die Fahnen an Schulen und öffentlichen Dienststellen bis Freitag auf halbmast.
Für Donnerstagabend ist zudem eine gemeinsame Gedenkveranstaltung in der Marienkirche im benachbarten Bernau geplant. Freunde, Mitschüler und Angehörige können dort Abschied nehmen.
Besonders tragisch: Die Unfallstelle galt bisher nicht als Unfallschwerpunkt. Auf der Landstraße sind bis zu 100 km/h erlaubt. Nun müssen Gutachter klären, warum das Überholmanöver vier junge Menschen das Leben kostete.