Ein ungewöhnlicher Fall beschäftigt derzeit das Landgericht München. Jonathan B. (26) soll von seinem Kinderzimmer aus einen internationalen Drogenhandel betrieben und damit mehr als 100.000 Euro eingenommen haben. Jetzt steht der Student vor Gericht. Besonders kurios: Seine illegalen Gewinne meldete er ganz offiziell dem Finanzamt.
Der 26-Jährige soll im Jahr 2023 über das Darknet Kokain, Marihuana und Amphetamine verkauft haben. Seine Kunden saßen nicht nur in Deutschland, sondern unter anderem auch in den USA, Kanada, Spanien, Italien, Portugal, der Türkei und Hongkong.
Mit dem Drogengeschäft soll sich der Student ein kleines Vermögen verdient haben. Innerhalb eines Jahres nahm er laut Anklage mehr als 100.000 Euro ein. Von dem Geld gönnte er sich unter anderem eine Rolex-Uhr um stolze 20.000 Euro.
Anfang 2024 klickten schließlich die Handschellen. Bei einer Durchsuchung der Wohnung seiner Eltern machten Polizisten eine brisante Entdeckung: Im Bettkasten seines Kinderzimmers hatte der junge Mann Drogen versteckt.
Vor Gericht legte Jonathan B. ein Geständnis ab. Einen Vorwurf bestreitet er allerdings: Er will kein Kilogramm Kokain aus Kolumbien bestellt haben.
Für besonderes Staunen sorgte der Angeklagte mit einem ungewöhnlichen Schritt vor seinem Prozess. Offenbar in der Hoffnung auf eine mildere Strafe hatte er seine Gewinne aus dem Drogenhandel beim Finanzamt angegeben und versteuert.
Damit nicht genug: Der 26-Jährige meldete der Behörde sogar die offizielle Beendigung seines illegalen Geschäfts. "Das habe ich ja noch nie gehört", zeigte sich die Richterin überrascht. Sein Verteidiger Richard Beyer erklärte dazu: "Wir haben dem Finanzamt eine Abschlussbilanz für den Tatzeitraum gemeldet."
Ob sich dieser ungewöhnliche Schachzug tatsächlich strafmildernd auswirkt, bleibt abzuwarten. Dem Studenten drohen mehrere Jahre Gefängnis.