Österreichs Tennis-Herren kennen ihren Gegner für das Final-8-Turnier im Davis Cup. Die Mannschaft von Kapitän Jürgen Melzer trifft im Viertelfinale auf Spanien. Das Finalturnier steigt von 24. bis 29. November in Bologna.
Sollte die Sensation gelingen, ginge es gegen den Sieger des Duells Deutschland gegen Großbritannien. Die weiteren Viertelfinal-Duelle bestreiten Italien gegen Südkorea und Tschechien gegen Kanada.
Melzer: "Es hängt viel davon ab, wer bei Spanien im Team ist. Wenn Alcaraz und Jodar spielen sollten, ist das eine Hammeraufgabe. Wenn wie zuletzt in Chile Jodar und Merida, dann sind wir auch Außenseiter, aber ich glaube, unser Team hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es über sich hinauswachsen kann. Das muss es gegen Spanien auch. Das ist eine extrem schwierige Aufgabe – aber es gibt dort nur schwierige, selbst wenn man gesetzt ist. Wir werden es angehen wie auch sonst immer: Wir werden uns bestmöglich vorbereiten, schauen, wer vor Ort ist und spielen könnte, und dann unser Bestes geben. Vor allem Jurij (Rodionov; Anmerkung) hat dort letztes Jahr wirklich gut gespielt. Die Bedingungen haben ihm getaugt, und bei Best of 3 ist vieles drinnen."
Für die ÖTV-Auswahl könnte es zum Duell mit Carlos Alcaraz kommen. Der spanische Superstar und jüngste Weltranglistenerste der Geschichte hatte zuletzt allerdings immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Ob er in Bologna tatsächlich für Spanien aufschlägt, ist daher noch offen.
Österreich reist mit reichlich Selbstvertrauen nach Italien. Im Wiener Prater setzte sich das Melzer-Team am vergangenen Wochenende mit 3:1 gegen das favorisierte Belgien durch. Lucas Miedler und Debütant Neil Oberleitner brachten Österreich im Doppel auf Kurs, Jurij Rodionov machte anschließend gegen Zizou Bergs den entscheidenden dritten Punkt.
Es ist bereits die zweite Final-8-Teilnahme in Folge. Der Erfolg gegen Belgien bescherte Österreich zudem einen historischen Sprung im ITF-Ranking: Das ÖTV-Team wird auf Platz sechs geführt und ist damit so gut klassiert wie noch nie seit Einführung dieser Rangliste. Der bisherige Bestwert war Rang acht im Jahr 2012.
Nun wartet allerdings eine gewaltige Aufgabe. Spanien gehört zu den großen Tennis-Nationen – und sollte Alcaraz rechtzeitig fit werden, könnte Österreich im Kampf um das Halbfinale auf einen der größten Stars der Szene treffen.
ÖTV-Präsident Richard Grasl: "Spanien ist richtiger Brocken, aber auch gegen Belgien hat man gesehen, dass im Davis Cup alles möglich ist. Wir hoffen, dass uns viele Fans nach Bologna begleiten und arbeiten schon an einer Fanreise."