Virologin warnt: "Die Zahlen müssen noch weiter runter"

Dorothee von Laer ist froh, die Corona-Maßnahmen nicht entscheiden zu müssen.
Dorothee von Laer ist froh, die Corona-Maßnahmen nicht entscheiden zu müssen.Screenshot ORF
Die Virologin Dorothee von Laer erklärte am Montagabend, warum aus ihrer Sicht die Maßnahmen zur Eindämmung immer noch gerechtfertigt sind. 

Am Montag war Virologin Dorothee von Laer zu Gast in der ZiB2. Im Gespräch mit Armin Wolf. Angesichts der jüngsten Entwicklungen bei den Virusmutationen stellen sich viele die Frage, wie es in Österreich nun mit Corona-Maßnahmen weitergehen wird. Auch ein erneuter Lockdown, der im schlimmsten Fall sogar vor Ostern umgesetzt werden könnte, steht aktuell im Raum. 

Auf die Frage, ob die harten Maßnahmen noch gerechtfertigt sind, erklärte die Medizinerin: "Wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, müssen die Zahlen noch weiter runter", und zwar "so weit runter wie möglich. Dass vor allem Jüngere durch die Einschränkungen leiden, ließ von Laer nicht gelten. Auch Jüngere seien gefährdet, etwa Diabetiker oder Asthmatiker. 

Im Rettungswagen erstickt

Die Medizinerin erklärte im Gespräch mit Armin Wolf, dass sie froh sei, nicht abwägen zu müssen, ob die Maßnahmen aus gesellschaftspolitischer Sicht noch angebracht sind. Diese Entscheidung liege bei den politischen Verantwortungsträgern. Klar sei aus ihrer Sicht, dass ein Vergleich mit Grippetoten nicht zulässig ist. Denn bei der Grippe gebe es in Österreich eine Teilimmunität. Würde man aber das Coronavirus wüten lassen, würden auch hierzulande Zustände wie in Portugal drohen, wo "Menschen im Rettungswagen ersticken, weil es nicht genug Sauerstoff für alle gibt". 

Einen Lichtblick erkennt die Virologin in der Teststrategie. Denn dass die Fallzahlen steigen, müsse nicht unbedingt für eine Verlängerung des Lockdowns testen. Die Überlegung: Werden alle Infizierte rechtzeitig erkannt, könnte man auch öffnen und so die wirtschaftlichen Folgeschäden, die durch die Pandemie entstehen, abschwächen. 

Über Tirol führte von Laer aus, dass die Zahlen "sehr schön heruntergegangen" seien und die Strategie in dem Bundesland "relativ" erfolgreich sei. Anders sieht es allerdings in Schwaz aus- Von dort würde man die "Südafrika-Mutation nicht weg" bekommen. 

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