Brisantes Duell

"Völkermord"-Aufreger bei ÖFB-Gruppengegner

Große Aufregung in Österreichs Nations-League-Gruppe. Irland möchte nicht mehr gegen ein anderes Team spielen.
Sport Heute
22.09.2026, 13:20
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Die Aufregung im europäischen Fußball ist groß. Und Österreichs Team ist mittendrin – zumindest in derselben Nations-League-Gruppe B3. Denn Irlands Fußballverband möchte nicht gegen Israel spielen, sie müssen allerdings.

In Irland ist die Position im Nahost-Konflikt eindeutig. Das militärische Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen wird deutlich verurteilt. Und auch der irische Fußballverband stellte sich eindeutig gegen Israel.

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Irland-Antrag bei der UEFA

Das geht so weit, dass Irlands Verband FAI sogar offiziell bei der UEFA angesucht hat, künftig nicht mehr gegen Israel spielen zu müssen. Mehrere Partien sind vonseiten des europäischen Fußballverbands ja bereits aus politischen Gründen ausgeschlossen. Etwa die Duelle Ukraine gegen Russland, Kosovo gegen Serbien, Kosovo gegen Russland, Kosovo gegen Bosnien-Herzegowina, Armenien gegen Aserbaidschan, aber auch Gibraltar gegen Spanien.

Das FAI-Ansuchen ist allerdings abgelehnt worden, wie Verbands-Geschäftsführer David Courell am Freitag erklärt hatte. Das UEFA-Argument: Irland und Israel seien nie in einem direkten Konflikt miteinander gestanden.

Kein Boykott, aber Spiel auf neutralem Boden

In Irland selbst wird der Druck immer größer. Umfragen in der Bevölkerung und unter Fußballern ergaben, dass eine Mehrheit den Boykott der Spiele unterstützen würde. Dazu kommt es allerdings nicht. Irlands Verband fürchtet nämlich Sanktionen: eine Strafe von 5,5 Millionen Euro, bis hin zu einem Ausschluss aus der Nations League und damit verbunden Nachteilen bei der Qualifikation zur EM 2028.

Aus Angst vor Protesten rund um das Spiel hat sich der irische Verband bereits im Vorfeld dazu entschlossen, die Partie gar nicht erst im Aviva-Stadium von Dublin auszutragen. Das Duell Irland gegen Israel steigt deshalb am 4. Oktober in der serbischen Stadt Backa Topola unter Ausschluss der Öffentlichkeit, das erste Aufeinandertreffen mit Israel als "Heimteam" findet dann am 27. September im ungarischen Debrecen statt.

Da Irlands Verband so wenig wie möglich mit der israelischen Delegation zu tun haben möchte, entschied sich der Verband auch dazu, das übliche gemeinsame Abendessen der Delegationsmitglieder abzusagen. Umgekehrt habe die FAI auch darum gebeten, dass für das Heimspiel der Israelis in Debrecen ebenso keine gemeinsamen Events angesetzt werden. In beiden Spielen müssen aber einige Protokollpunkte nach UEFA-Angaben abgehalten werden: Das Aufziehen der Flaggen, das Abspielen der Hymnen, der Handschlag der Kapitäne vor dem Spiel.

"Völkermord"-Sager und Israel-Antwort

Irlands Teamchef Heimir Hallgrimsson hatte jüngst bei der Kaderbekanntgabe mit einem Sager für große Aufregung gesorgt. "Wir spielen nicht mit Völkermord, wir spielen gegen Völkermord. Wir spielen gegen Israel, wir spielen nicht mit Israel", so der Coach.

Die Retourkutsche aus Israel folgte derweil mit einem Social-Media-Posting. "Wir haben in vielen Bereichen einen Beitrag für die Menschheit geleistet und dabei eine beeindruckende Anzahl von Nobelpreisen gewonnen. Leider haben wir noch kein Heilmittel gegen die Dummheit, Ignoranz und Heuchelei gefunden, die der Nationaltrainer Irlands an den Tag legt. Wir spielen nicht mit Ignoranz, Heuchelei und Dummheit – wir spielen gegen den Trainer, der all das verkörpert", so der Verband Israels. All das zeigt die äußerst vergiftete Stimmung der beiden Länder.

red,22.09.2026, 13:20
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