Tierische Seuche

Virus zum ersten Mal in Europa - Ist Milch noch sicher?

Rohmilch sollte man keinesfalls konsumieren, denn zum ersten Mal wurde das Vogelgrippe-Virus in einer europäischen Kuh nachgewiesen.
Heute Tierisch
27.01.2026, 12:34
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Zum ersten Mal wurde das Vogelgrippevirus außerhalb der USA bei einer Kuh nachgewiesen. In der Milch eines Tieres in den Niederlanden wurden Antikörper gegen den H5N1 Erreger gefunden. Doch wie geht man nun mit diesem Nachweis um?

Ob Milch für uns jetzt gefährlich ist, fragen sich viele, denn das Vogelgrippe-Virus wird bei Kühen hauptsächlich über die Milch ausgeschieden. Trotzdem besteht laut der niederländischen Agrarministerin kein Risiko, da die Milch von einer erkrankten Kuh wegen ihrer gesundheitlichen Probleme gar nicht erst verarbeitet wurde.

Supermarkt-Milch unbedenklich

Kommerzielle Milchprodukte gelten ohnehin als sicher, weil Hitze und Pasteurisierung das Virus abtöten. Vom Trinken von Rohmilch wird aber im Zusammenhang mit dem Ausbruch unter Milchkühen in den USA dringend abgeraten.

Zuerst Katze, dann Kuh

Wie wurde die Erkrankung überhaupt entdeckt? Laut der Ministerin ist auf einem Hof in Friesland am 26. Dezember eine Katze gestorben, bei der eine H5N1-Infektion nachgewiesen wurde. Am 15. Jänner wurden dann die Milchkühe am Betrieb untersucht. Zu diesem Zeitpunkt hatte keines der Tiere Symptome. In Proben fand man aber bei einer Kuh Antikörper gegen die Vogelgrippe H5N1. Solche Antikörper entstehen, wenn sich der Körper gegen das Virus wehrt.

Die betroffene Kuh hatte laut Bericht im Dezember eine Euterentzündung und Atemprobleme – das sind typische Anzeichen bei einer Milchkuh mit Vogelgrippe. Weitere Proben, die am 22. Jänner von anderen Kühen genommen wurden, waren unauffällig. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sich das Virus aktiv unter den Kühen verbreitet. Fünf Proben werden aber noch nachgetestet.

Riesen Herausforderung

Ein H5N1-Ausbruch unter Kühen wäre eine große Herausforderung für die Milchviehbetriebe, die ohnehin schon mit Krankheiten wie der Blauzungenkrankheit zu kämpfen haben. Milch von H5N1-infizierten Kühen darf in Europa nicht verkauft werden. Außerdem ist die Milchproduktion bei kranken Tieren geringer, die Milch selbst ist dickflüssig und verfärbt. Die meisten Milchkühe erholen sich aber wieder. Rinder sind, so Beer, neben dem Menschen die einzigen bekannten Lebewesen, bei denen das Virus nicht vor allem das Gehirn betrifft: Bei Milchkühen ist das Euter, beim Menschen sind Augen und Atemwege betroffen.

Nur Australien ist bisher sicher

Das australische Festland ist der letzte Kontinent, der bisher noch als frei von der Vogelgrippe gilt. Sollte der Erreger durch Zugvögel dorthin kommen, wären die Folgen furchtbar, weil das Immunsystem der Vögel dort das Virus nicht kennt. Fachleute glauben aber nicht, dass Australien langfristig verschont bleibt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.01.2026, 12:34
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