Bei der Wahl eines neuen Staatsoberhaupts und eines neuen Parlaments hatte es am vergangenen Sonntag teilweise massive Probleme mit den Wahlunterlagen gegeben. Deshalb blieben in vielen Orten die Wahllokale länger geöffnet als geplant. Am Montag öffneten einige sogar erneut.
Die Generalsekretärin von Perus oberstem Wahlgericht, Yessica Clavijo, begründete die Verzögerung mit der notwendigen Überprüfung von mehr als 15.000 Stimmzetteln. Die Auszählung ist immer noch nicht abgeschlossen, weil es Klagen gegen einzelne Ergebnisse gab.
30 Prozent der zu überprüfenden Stimmzettel gehören zur Präsidentschaftswahl, der Rest zu den ebenfalls abgehaltenen Parlamentswahlen.
Nach Auszählung von 93,4 Prozent der Stimmen liegt die rechtspopulistische Kandidatin Keiko Fujimori mit 17 Prozent der Stimmen in Führung. Die Tochter des wegen Korruption verurteilten früheren Präsidenten Alberto Fujimori tritt damit voraussichtlich im Juni in einer Stichwahl gegen den Zweitplatzierten an.
Das Rennen um Platz zwei ist aber extrem eng: Der linke Exminister Roberto Sánchez liegt bei zwölf Prozent, der rechtsextreme Kandidat Rafael López Aliaga bei 11,9 Prozent. Der Abstand beträgt nur 13.600 Stimmen.
Am Donnerstag wurden in einem Müllcontainer in der Hauptstadt Lima vier Kisten mit 1200 Stimmzetteln entdeckt. Der Präsident des obersten Wahlgerichts, Roberto Burneo, sprach vor einem Parlamentsausschuss von "schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten" bei der Wahlbehörde.
Außerdem durchsuchte die Staatsanwaltschaft ein Lager, in dem die Wahlbehörde Stimmzettel aufbewahrt. Damit sollte geklärt werden, ob die Behörde ihre Pflichten in Bezug auf die genutzten Wahlunterlagen erfüllt hat.