"Du bist krank!"

Wahlkampf-Endspurt! Trump sagt plötzlich Auftritte ab

Kurz vor den US-Midterms sagt Donald Trump zwei Auftritte ab. Auf die Frage eines Reporters, ob er reisemüde sei, reagiert er mit Beschimpfungen.
30.10.2026, 06:23
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Wirbel um Donald Trump (80) wenige Tage vor den Kongresswahlen in den USA! Der alternde Präsident hat überraschend zwei seiner letzten geplanten Wahlkampfauftritte abgesagt. Statt persönlich vor Tausenden Anhängern aufzutreten, will er nun per Telefon um Stimmen für seine Republikaner werben.

Als ein Journalist den US-Präsidenten darauf ansprach, ob ihm die vielen Reisen zu viel geworden seien, reagierte Trump äußerst gereizt. Gewohnt rüpelhaft, beschimpfte er den Reporter gleich mehrfach.

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Auftritte in zwei Bundesstaaten gestrichen

Eigentlich sollte Trump am Samstag in Kansas und am Sonntag in Iowa auftreten. Doch beide Veranstaltungen wurden am Donnerstag (29. Oktober) abgesagt.

Das Republican National Committee (RNC), die Parteiorganisation der Republikaner, begründete den Schritt damit, dass die Partei in beiden Bundesstaaten bereits gut aufgestellt sei.

Stattdessen soll Trump bei zahlreichen sogenannten "Telerallyes" zugeschaltet werden. Dabei spricht der Präsident telefonisch zu Anhängern in verschiedenen Bundesstaaten, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. Sein letzter großer persönlicher Wahlkampfauftritt ist nun für Freitag in Florida vorgesehen. Dort befindet sich sein großer Golfclub Mar-a-Lago – Trumps Wahlheimat.

"Du bist krank, diese Frage zu stellen"

Für zusätzliche Aufregung sorgte Trump nach seiner Rückkehr von einer Wahlkampfreise in South Carolina. Ein Reporter wollte wissen, ob der Präsident nach den zahlreichen Auftritten möglicherweise genug vom Reisen habe.

Die Antwort fiel heftig aus: "Du bist krank, diese Frage zu stellen. Du bist krank", fuhr Trump den Journalisten an. Doch damit nicht genug. Der US-Präsident legte nach: "Ich fühle mich großartig. Du bist widerlich. Bring dich mal in Form, du siehst furchtbar aus."

Trump wies damit jeden Eindruck zurück, die Absagen könnten auf mangelnde Energie oder gesundheitliche Probleme zurückzuführen sein. Belege für einen gesundheitlichen Grund der Absagen liegen nicht vor. Seit Beginn seiner Amtszeit drängt Trump aber mit angeblichen ärztlichen Attesten seiner Fitness in die Öffentlichkeit. Er sei top in Form, wird auch aus dem Weißen Haus propagiert.

Republikaner kämpfen um Mehrheit

Der Zeitpunkt der gestrichenen Veranstaltungen ist politisch brisant. Bereits am Dienstag, dem 3. November, finden in den USA die Zwischenwahlen zum Kongress statt. Dabei werden sämtliche Sitze im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der Senatssitze neu vergeben.

Die Republikaner müssen ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern verteidigen. In mehreren Bundesstaaten gibt es hart umkämpfte Rennen, auch die jüngsten Umfragen zeigen Gegenwind für Trumps Partei.

Der Präsident selbst steht diesmal nicht zur Wahl. Trotzdem hat er in den vergangenen Wochen intensiv Wahlkampf gemacht, um republikanische Kandidaten zu unterstützen und Anhänger zur Stimmabgabe zu bewegen.

Wahlkampf jetzt per Telefon

Nach Angaben der Republikaner soll Trump mit seinen Telefonauftritten in möglichst vielen Bundesstaaten präsent bleiben. Damit könne er in kurzer Zeit mehr Wähler erreichen als bei einzelnen Veranstaltungen vor Ort.

Seit Anfang Oktober absolvierte der Präsident laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bereits 25 Wahlkampfauftritte in 19 Bundesstaaten. Nun setzt seine Partei für den letzten Abschnitt vor der Wahl auf ein anderes Format. Ob die neue Strategie den Republikanern hilft, ihre Mehrheiten im Kongress zu verteidigen, entscheidet sich am 3. November.

red, 30.10.2026, 06:23