Während auf den ersten Christkindlmärkten vielerorts noch im Wintermantel Glühwein getrunken wird, kündigt sich die nächste Wärmewelle an. Bereits ab heute Mittwoch steigen die Temperaturen im Westen auf 18 Grad, am Donnerstag und Freitag sind dann bis zu 21 Grad möglich - besonders in Vorarlberg, dem Unterinntal, dem Tennengau, im Alpenvorland sowie in der Obersteiermark.
Von Winterstimmung keine Spur: "Auch die Herbstmonate sind im Zuge der Klimaerwärmung in Österreich in den letzten Jahrzehnten wärmer geworden. Im November zum Beispiel hat sich die mittlere Monatstemperatur seit den 1960er-Jahren insgesamt um rund 2 Grad erhöht, erklärt Alexander Orlik von "Geosphere Austria" auf "Heute"-Anfrage.
"Da sich Minimal- und Maximaltemperaturen "in etwa gleichmäßig erhöhen, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass an manchen Orten die 20-Grad-Celsius-Marke überschritten wird", so Orlik. Generell treten im November 20 Grad und mehr allerdings "auch in jüngerer Vergangenheit relativ selten auf", sagt der Meteorologe.
Wetter-Wahnsinn im Westösterreich: Am Donnerstag (13. 11.) wird es extrem mild für Mitte November, dazu kommt viel Sonne. Die Höchstwerte liegen bei 18 Grad, mit Föhn sind bis zu 21 Grad möglich. Am Freitag geht's in derselben Tonart weiter. Erst am Samstag gehen die Temperaturen zurück.
Auch die Sonne zeigt sich heuer großzügig: Österreichweit konnten im ersten Monatsdrittel rund 50 Prozent mehr Sonnenstunden gezählt werden als im Durchschnitt. In Unterkärnten und der südlichen Steiermark war die Ausbeute sogar doppelt so hoch, so die Meteorologen.
Selbst nächtlicher Frost blieb im heurigen November (noch) vielerorts aus - in Wien, Linz, Eisenstadt, Bregenz und Klagenfurt gab es bisher keine Minusgrade.
Auch auf den heimischen Bergen wird es ungewöhnlich warm. Selbst in 2.000 Meter Höhe liegt die Temperatur deutlich im Plus, meist über zehn Grad. "Das sind Temperaturen, die eher im Juni üblich sind als jetzt im November. An künstliche Beschneiung in den Skigebieten ist so kurz vor Saisonstart nicht zu denken", berichtet der ORF.
Ursache des "Frühlingswetters" ist - abgesehen von der langfristigen Klimaerwärmung - eine stabile Wetterlage: Ein Hochdruckgebiet östlich von Österreich und ein Tief über dem Atlantik lenken eine föhnige Südwestströmung über die Alpen. Diese bringt Warmluft aus Nordafrika - und mit ihr auch Sahara-Staub, der ab Donnerstag sichtbar wird und am Freitag seinen Höhepunkt erreicht.
Die ungewöhnliche Wärme betrifft übrigens nicht nur Österreich: Auch in Deutschland, der Schweiz und Frankreich werden um die 20 Grad erwartet.