Erst krönte er sich zum Weltmeister, jetzt steht er wegen eines Videos in der Kritik: Der Schweizer Springreiter Steve Guerdat (44) wehrt sich gegen Vorwürfe rund um Aufnahmen von einem Teambuilding-Tag der Schweizer Nationalmannschaft. Das Finanzportal "Inside Paradeplatz" hatte sie am Montag veröffentlicht und von einer "Porno-Freizeitbeschäftigung" gesprochen.
Zu sehen ist der 44-Jährige in eindeutigen Posen mit einer Reiterkollegin, in einer Szene wird Oralsex angedeutet. Guerdat weist die Darstellung zurück. "In diesem Video bin ich kein Spitzensportler", sagt er "20 Minuten". "Man hat mich gebeten, die Rolle eines Schauspielers zu übernehmen, in diesem Fall die des Mafia-Paten." Und weiter: "Wir haben keinen Pornofilm gedreht."
Entstanden sind die Bilder laut dem Weltmeister bei einem Kadertag, der für die Reiter selbst eine Überraschung war. "Niemand wusste, dass wir Filme drehen würden", erzählt er. Die Teilnehmer zogen zufällig eine Karte mit einem Thema, samt passender Kostüme und Requisiten. Guerdats Gruppe erwischte die Mafia.
Rund 40 kurze Szenen waren geplant, die später mithilfe von künstlicher Intelligenz zu einem Film zusammengeschnitten werden sollten. Dialoge und Abläufe seien vorgegeben gewesen, die Gruppe habe das Thema aber parodiert. "Für uns bedeutete Mafia Geld, Drogen und Frauen", so der 44-Jährige. In einer Szene tut er auch so, als würde er Kokain konsumieren. In Wahrheit sei es Zucker gewesen: "Wir haben das gemacht, um uns kaputtzulachen, nichts weiter."
Beim Schweizer Pferdesportverband kommen die Aufnahmen gar nicht gut an. Präsident Damian Müller bestätigte gegenüber "Inside Paradeplatz", dass beim Dreh "Anspielungen mit sexuellem Bezug" entstanden seien. Swiss Equestrian distanziere sich klar von diesen Inhalten.
Guerdat selbst sieht sich nicht im Unrecht, bereut die Aktion aber zumindest teilweise, vor allem wegen seiner Familie. "Das hindert mich nicht daran, mich selbst bescheuert zu finden, wenn ich diesen Film anschaue, aber was hätten wir machen sollen? Uns nicht darauf einlassen?"
Auf die Knie fallen und um Verzeihung bitten werde er deswegen nicht, seinen Teil der Verantwortung übernehme er aber. "Vielleicht war es bescheuert", sagt der Weltmeister. "Aber nicht bösartig."