Angeklagt wegen Mordversuch

"War sehr gekränkt" – dann stach Mann (29) sechs Mal zu

Sechs Stiche und eine ungewöhnliche Entschuldigung: In Salzburg muss sich ein 29-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.
Österreich Heute
22.09.2026, 16:20
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Es waren sechs Messerstiche, die wohl tödlich hätten enden können, die am 9. Dezember 2025 am Südtiroler Platz in Salzburg für einen Großeinsatz sorgten. Ein damals 30-jähriger Deutscher wurde bei der Auseinandersetzung verletzt. Nun steht der 29-jährige Algerier deswegen wegen versuchten Mordes vor einem Geschworenengericht am Salzburger Landesgericht.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte den Deutschen zunächst drei Mal gegen die Beine gestochen haben. Danach soll er das Klappmesser drei weitere Male in Richtung Kopf und Hals eingesetzt haben. Der Deutsche konnte einen Teil der Angriffe abwehren. "Es sei dem Zufall geschuldet, dass die Verletzungen nicht lebensbedrohlich waren", erklärte der Staatsanwalt zum Prozessauftakt laut der "Kronen Zeitung".

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Angeklagter spricht von Notwehr

Der 29-Jährige weist den Vorwurf des Mordversuchs zurück. Er habe nicht vorgehabt, jemanden zu verletzen. "Ich habe keinen versuchten Mord begangen. Die haben mich angegriffen und ich habe mich verteidigt", sagte er vor den Geschworenen.

Dem Prozess war eine Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und einem weiteren Mann vorausgegangen. Der spätere Verletzte soll sich eingemischt und den Algerier an der Kapuze zurückgezogen haben. Die Verteidigerin sprach von einer Provokation und Beleidigungen. Vor allem Schimpfwörter gegen die Mutter des Angeklagten hätten diesen wütend gemacht. Zudem sei Alkohol im Spiel gewesen. "Ich wollte von Anfang gar nicht mein Messer herausnehmen"

Kuss als Entschuldigung

Der Angeklagte erklärte, er habe aus Angst gehandelt. Die Beschimpfungen hätten ihm "sehr weh getan". Gleichzeitig bestritt er mehrfach, tatsächlich mit dem Messer zugestochen zu haben. Er habe vielmehr mit dem Griff des Klappmessers zugeschlagen. Warum der Deutsche dann Stichverletzungen erlitten habe, konnte der 29-Jährige vor Gericht nicht erklären.

Als er "Blut"-Schreie gehört habe, habe er das Messer weggeworfen. Danach sei er zu dem Verletzten gegangen. "Ich bin dann zu dem Mann, habe ihm einen Kuss auf den Kopf gegeben und mich entschuldigt."

Prozess wird im November fortgesetzt

Der Angeklagte war erst im Vorjahr nach Österreich gekommen. Er habe hier "ein neues Leben" beginnen wollen. Nun bleibt er vorerst in Untersuchungshaft.

Der Prozess wurde am Dienstag nach Zeugenaussagen auf den 3. November vertagt. Zwei Zeugen erschienen nicht vor Gericht.

red,22.09.2026, 16:20