Ursprung und Tradition

Warum haben wir an Fronleichnam eigentlich frei?

Hinter dem Feiertag steckt eine jahrhundertealte Tradition – und eine besondere katholische Glaubensvorstellung.
Österreich Heute
03.06.2026, 20:46
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Ausschlafen, Zeit mit der Familie verbringen oder einen Kurztrip machen: Für viele ist Fronleichnam vor allem ein willkommener Feiertag. Doch was steckt eigentlich hinter dem kirchlichen Fest, das jedes Jahr für einen freien Donnerstag sorgt?

Fronleichnam zählt zu den wichtigsten Feiertagen der katholischen Kirche. Gefeiert wird er immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten. Die Tradition reicht bis ins Jahr 1264 zurück und wird bis heute in vielen Orten mit festlichen Prozessionen begangen.

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Der Name klingt für viele zunächst ungewöhnlich. Tatsächlich hat er nichts mit einem Begräbnis zu tun. Das althochdeutsche Wort "Fron" bedeutet "Herr" oder "Gott", "Leichnam" stand früher für "lebendiger Leib". Fronleichnam bedeutet daher sinngemäß "Leib des Herrn".

Die Hostie steht im Mittelpunkt

Im Zentrum des Festes steht die Eucharistie – also die geweihte Hostie, die bei der Messe aus Wasser und Weizenmehl hergestellt wird. Nach katholischem Glauben wird sie während der Messe zum Leib Christi.

Viele Pfarren halten nach dem Festgottesdienst große Prozessionen ab.
Bild von Piundco auf Pixabay

Bei den traditionellen Fronleichnamsprozessionen wird die Hostie in einer kunstvoll verzierten Monstranz durch die Straßen getragen. Gläubige begleiten die Prozession, an mehreren Stationen werden Bibeltexte gelesen und Gebete gesprochen.

Vor allem in ländlichen Regionen gehören Blumenteppiche, Musikkapellen und festlich geschmückte Straßen bis heute zum gewohnten Bild des Feiertags.

Warum ist Fronleichnam umstritten?

Während die katholische Kirche die Eucharistie besonders verehrt, wird das Fest von vielen evangelischen Christen kritisch gesehen. Bereits Martin Luther lehnte Fronleichnam entschieden ab.

Der zentrale Streitpunkt betrifft die Frage, ob Brot und Wein tatsächlich zu Leib und Blut Christi werden oder lediglich symbolisch an Jesus erinnern. Während die katholische Kirche von einer wirklichen Gegenwart Christi ausgeht, verstehen viele evangelische Kirchen das Abendmahl vor allem als Erinnerungs- und Glaubenszeichen.

Deshalb haben wir frei

In Österreich ist Fronleichnam als gesetzlicher Feiertag anerkannt. Schulen, Behörden und die meisten Geschäfte bleiben geschlossen. Millionen Menschen genießen dadurch ein verlängertes Wochenende oder nutzen den freien Tag für Ausflüge und Familienaktivitäten.

Auch wenn viele den Ursprung des Feiertags nicht mehr genau kennen, bleibt Fronleichnam eines der traditionsreichsten Feste – und sorgt jedes Jahr für einen willkommenen freien Tag mitten im Juni.

Fun Fact am Schluss: Eigentlich sollte Fronleichnam am Donnerstag vor Ostern gefeiert werden, an dem Jesus das Abendmahl eingesetzt hat. Weil man aber in dieser Woche keine Unruhe haben wollte, wurde es verlegt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.06.2026, 20:46
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