Experte klärt auf

Warum wird der Ostsee-Wal nicht einfach geborgen?

Ein vor der Ostseeküste gestrandeter Buckelwal kämpft ums Überleben. Experten halten eine Rettung für unwahrscheinlich, das Tier leidet schwer.
Newsdesk Heute
06.04.2026, 16:40
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Einen Versuch, den Wal mit schwerem Gerät zu bergen, würde das Tier vor der Ostseeküste wohl nicht überleben. "Derzeit gibt es keinen Wissenschaftler oder Veterinär, der uns zu solch einem Vorgehen rät, da das Tier beim Versuch, es lebend zu retten, schweren Qualen ausgesetzt würde", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag.

Noch am Sonntag hatte Backhaus überlegt, den Wal mit einem Katamaran oder einem anderen Gerät lebend zu transportieren. "Dass es solch einen Versuch überleben würde, ist nach Ansicht aller Experten, die wir dazu befragt haben, unwahrscheinlich", erklärte der Minister jetzt. Er versprach, den Wal nicht aufzugeben – "bis zum letzten Atemzug".

"Wir haben nichts unversucht gelassen, um dem Tier zu helfen und Untersuchungen um und am Wal durchgeführt." Für Dienstag erwartet er eine "aktuelle Expertise nach der Begutachtung aus biologischer und veterinärmedizinischer Sicht".

Wal-Lage unverändert

Am Montag war die Lage des Wals weitgehend gleich: Er atmet noch, aber es geht ihm sehr schlecht, teilte Backhaus mit. "Das Tier liegt seit fast einer Woche an derselben Stelle." Jetzt soll die Wasserqualität geprüft werden, "ob von dem sterbenden Tier Gefahren für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit ausgeht". Bereits am Vortag wurden Wasserproben genommen, um den Salzgehalt des Wassers zu messen. "Ich werde mir am Nachmittag erneut vor Ort ein Bild der Lage machen", sagte Backhaus.

Der etwa zwölf bis 15 Meter lange Buckelwal irrte laut Behörden rund vier Wochen lang durch die Ostsee. Vor allem wegen des geringeren Salzgehalts im Wasser kann der Meeressäuger dort nicht überleben. Vor zwei Wochen strandete das Tier zuerst vor der schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank.

Nachdem es dort mit Baggern wieder befreit wurde, sitzt es seit Samstag vor Mecklenburg-Vorpommern in der Wismarer Bucht fest. Schon am Donnerstag hatten die Behörden erklärt, es gebe keine Hoffnung mehr für den Wal, er werde voraussichtlich vor der Insel Poel sterben.

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