Abermals hat US-Präsident Donald Trump die Frist für den Iran verlängert, um die de facto geschlossene Straße von Hormus wieder freizugeben. Sollte sie bis Dienstag 20 Uhr (Ortszeit, Mittwoch 2 Uhr) nicht offen sein, drohe eine massive Zerstörungswelle von Kraftwerken und Brücken im Iran.
"Wenn sie nicht schnell eine Einigung erzielen, werde ich alles in die Luft jagen und das Öl übernehmen", sagte Trump zuvor dem Fernsehsender Fox News. Gleichzeitig gab er sich zuversichtlich, dass noch vor Ablaufen der Deadline eine Einigung erreicht werden könnte.
Nun hat Trump eine Antwort von den iranischen Revolutionsgarden erhalten, die ihm wohl nicht gefallen wird. Sie schließen eine vollständige Öffnung der Meerenge aus. Die Lage in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus werde "niemals wieder zu ihrem früheren Zustand zurückkehren, insbesondere für die USA und Israel", hieß es in einer Stellungnahme.
Derzeit würden die "Vorbereitungen für den Plan zur neuen Ordnung im Persischen Golf" abgeschlossen. Iranische Abgeordnete hatten in den vergangenen Wochen vorgeschlagen, Mautgebühren und Steuern für Schiffe zu erheben,welche die wichtige Wasserstraße passieren. Die staatliche Nachrichtenagentur des Oman teilte am Sonntag mit, dass der Iran und Oman Gespräche über eine Erleichterung der Durchfahrt durch die Meerenge geführt hätten.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
Angesichts der steigenden Ölpreise beschlossen Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner (Opec plus) am Sonntag zum zweiten Mal in Folge eine Erhöhung ihrer Produktionsquoten.