Sonne, Meer und volle Strände – für viele Urlauber gehört Griechenland zu den beliebtesten Reisezielen Europas. Doch auf mehreren Inseln wird das Wasser zunehmend knapp. Die Behörden schlagen Alarm.
Für sieben Inseln in der Ägäis wurde bereits der Notstand ausgerufen. Betroffen sind Tinos, Alonissos, Astypalea, Karpathos, Leros, Patmos und Symi. Der Grund: Es wird heißer, gleichzeitig bleibt der dringend benötigte Regen aus.
Besonders dramatisch ist die Lage auf Astypalea. Wie Bürgermeister Nikos Komineas gegenüber dem Radiosender "ERTNews" erklärte, fielen dort in den vergangenen Monaten gerade einmal rund 2,5 Zentimeter Regen. Zum Vergleich: Auf Rhodos waren es im selben Zeitraum rund 65 Zentimeter. Der Wasserspeicher der Insel, der in den 1990er-Jahren angelegt wurde, ist mittlerweile fast leer. Nur noch etwa ein Sechstel der ursprünglichen Reserven soll vorhanden sein.
Sollte die Trockenheit auch im kommenden Jahr anhalten, könnte die Insel laut dem Bürgermeister vollständig auf Entsalzungsanlagen angewiesen sein.
Der griechische Staat hat den Notstand zunächst für drei Monate ausgerufen, berichtet unter anderem die griechische Tageszeitung "LiFo". Dadurch sollen dringend notwendige Maßnahmen schneller umgesetzt werden können, wie das raschere Aufstellen von Entsalzungsanlagen. Auch neue Bohrungen nach Wasser sollen ohne langwierige Verfahren möglich sein.
Die Regierung investiert laut Berichten rund 15 Millionen Euro in neue Entsalzungsanlagen, Wasserreservoirs und die Modernisierung der Wasser-Infrastruktur.
Auch die Tourismusbranche reagiert. Mehrere Hotels haben bereits Sparprogramme gestartet. Gäste werden etwa dazu aufgefordert, nicht täglich eine Zimmerreinigung zu verlangen. Andere Hotels planen Regenwasserspeicher statt Pools oder Whirlpools.
Auf der Insel Tinos belasten laut Bürgermeister Panagiotis Krontiras auch viele neue Ferienvillen mit Pools das Grundwasser. Wasser sei lange günstig gewesen, deshalb werde nun verschwenderisch damit umgegangen.
Experten rechnen damit, dass solche Dürreperioden in Griechenland in den kommenden Jahrzehnten häufiger auftreten. Prognosen zufolge könnten sich die Probleme bis 2049 weiter verschärfen.