Christian Stani kennt das Gefühl, wenn plötzlich ganz Österreich einen Song kennt. "Marie" machte "Alle Achtung" im ganzen Land bekannt – und Stani zum Gesicht der Band. Doch hinter dem Frontmann, der auf der Bühne den "Frontkasperl" gibt, steckt noch eine andere Seite – und diese will er jetzt als Solo-Künstler zeigen.
Ganz wichtig: "Alle Achtung" bleibt. Für ihn seien Solo und Band "zwei verschiedene Paar Schuhe," erzählt er im "Heute"-Talk. Leicht war der Schritt dennoch nicht. Seine Bandkollegen haben die neue Situation zwar positiv aufgenommen, gleichzeitig hat sich die Dynamik "ein bisschen verändert". "Ich habe bis jetzt nichts Negatives gehört, aber ich glaube natürlich schon, dass das etwas beäugt wird," gibt er zu. Denn Stani weiß: Als Frontmann und Stimme der Band ist sein Schritt ein anderer als der seiner Kollegen.
Genau diese Verantwortung reizt ihn aber auch. Solo kann er Entscheidungen zu 100 Prozent selbst treffen – und muss dann auch für jeden Fehler selbst geradestehen. "Wenn ich etwas komplett verkacke, dann kann ich mich in einem anderen Spiegel selber beschimpfen", sagt er lachend.
Vor allem aber will Stani aufhören, sich zu verstecken – und "ein bisschen den Partystempel loswerden." Seine neuen Songs handeln von sehr persönlichen Themen. "Ich möchte im Prinzip das zeigen, was ich wirklich bin. Ich möchte mich aufmachen, komplett nackt machen", sagt er. Irgendwann will er zurückblicken und sagen können: "Ich habe eigentlich alles erzählt."
"Was ich jetzt nicht mehr brauche, ist dieser Hitpressure", sagt er. Der hat ihn "mental und psychisch" belastet. Denn nach einem Erfolg wie "Marie" wartet immer die Frage: Kommt der nächste Hit? Was erwartet das Publikum? Genau davon möchte Stani weg. "Bis heute natürlich bin ich 'der Marie', was auch okay ist", sagt er. Gleichzeitig glaubt er, dass man vielleicht versäumt hat, stärker zu zeigen, "dass ich mehr bin, als dieser eine Song."
Mit seinem ersten Solo-Song "Lass gut sein" hat Stani nun den ersten Schritt gemacht. Für ihn ist der Song ein Abschied vom Alten – und gleichzeitig der Beginn von etwas Neuem. Dabei soll es nicht bei einer Single bleiben. Die Songs für das Solo-Projekt gibt es laut Stani bereits. Bis 2028 soll daraus nach und nach eine große musikalische Erzählung entstehen. "