Ärger mit der Österreichischen Gesundheitskasse! Thomas (77), ein Wiener Optiker staunte nicht schlecht, als plötzlich ein Exekutionsauftrag des Bezirksgerichts bei ihm eintraf. Hintergrund waren offene Beiträge bei der ÖGK in Höhe von rund 850 Euro.
Thomas leitet ein Optik-Unternehmen in Meidling seit rund 50 Jahren und ist bei der ÖGK als Dienstgeber registriert. Die offenen Beiträge seien etwa drei Monate überfällig gewesen. Nach Darstellung des Wieners habe er zuvor allerdings weder eine schriftliche Mahnung noch einen Anruf oder eine E-Mail erhalten.
Stattdessen seien die Vorschreibungen im Zuge der Digitalisierung in einer elektronischen Box hinterlegt worden. Dass dort offene Forderungen auf ihn warteten, habe er nach eigenen Angaben nicht bemerkt. Umso größer sei der Schock gewesen, als schließlich der gerichtliche Exekutionsauftrag eintraf.
Der 77-Jährige kritisiert vor allem, dass vor diesem Schritt kein direkter Kontakt mit ihm aufgenommen worden sei. Eine einfache Erinnerung oder Mahnung hätte seiner Ansicht nach ausgereicht, um die Angelegenheit rasch zu klären. "Es wird hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen", ärgert er sich.
Die ÖGK bezog zu dem Vorfall auf "Heute"-Nachfrage Stellung. "Der Betroffene ist als Unternehmer zur elektronischen Zustellung registriert. Die ÖGK hat ihm daher die Schreiben zu seinen Sozialversicherungsbeiträgen elektronisch zugestellt", erklärt die zuständige Pressesprecherin. Wie die Gesundheitskasse auf ihrer Webseite informiert, sind alle Dienstgeber seit dem 1.1.2020 dazu verpflichtet an der e-Zustellung teilzunehmen.
Elektronische Zustellung – das sagt die ÖGK:
Seit 01.01.2020 sind alle Dienstgeberinnen und Dienstgeber dazu verpflichtet, an der e-Zustellung teilzunehmen (§ 1b E-Government-Gesetz). Die Behörden nehmen daher alle Zustellungen elektronisch vor, sofern die Adressatin bzw. der Adressat bei einem elektronischen Zustelldienst angemeldet ist.
Hinweis: Das Service ist kostenlos.
Nach der Zahlung für Februar 2026 seien die Beiträge ab März offen geblieben. Laut ÖGK habe es daraufhin mehrere Mahnungen gegeben, dennoch sei zunächst keine weitere Zahlung eingegangen. Deshalb sei am 26. August eine Exekution eingebracht worden, die einen Tag später vom Bezirksgericht Meidling bewilligt wurde.
Am 28. August habe der Unternehmer erstmals Kontakt mit der ÖGK aufgenommen und eine Antwort auf sein Anliegen erhalten. Thomas zeigte sich zunehmend aufgebracht – das bestätigte auch die Pressestelle. Mittlerweile ist die Angelegenheit abgeschlossen: Der gesamte Rückstand wurde laut ÖGK beglichen. Die Exekution wurde daraufhin am 17. September 2026 eingestellt.
Im "Heute"-Talk zeigt sich der Wiener verärgert: "So kann man mit den Menschen einfach nicht umgehen." Seit über 50 Jahren arbeite er in seinem Betrieb und hätte sich zumindest einen Anruf oder eine E-Mail erwartet.
Die Digitalisierung mache ihm nun einen Strich durch die Rechnung. "Es fehlt einfach das Zwischenmenschliche", kritisiert er. Besonders bei einem vergleichsweise geringen Betrag könne er das Vorgehen nicht nachvollziehen.