Jorge González verbrachte seine Kindheit mit seiner Familie auf Kuba. Er wuchs als jüngstes Kind einer großen Familie auf – und schon früh merkte er, dass er anders war. "Ich habe als Kind sehr früh entdeckt, dass ich homosexuell bin – und das war ein großes Problem für die ganze Familie", erinnert er sich im ORF-Talkformat "Hinter den Schlagzeilen" zurück.
Eine wichtige Stütze fand er damals bei seiner Großmutter. Als sie von seiner Homosexualität erfuhr, sagte sie zu ihm: "Du bist gut, so wie du bist." Gleichzeitig riet sie ihm aber, es für sich zu behalten. Für González war das ein wichtiger Moment: Er verstand, dass seine Oma ihn akzeptierte, auch wenn er seine Sexualität nicht offen zeigen konnte.
Denn: Während Homosexualität auf Kuba heute straffrei ist, war zu Zeiten der Kindheit des heute 59-Jährigen alles anders und es drohten strenge Bestrafungen. Als er gesehen hat "wie mit den Homosexuellen umgegangen wird auf Kuba - sofort ins Gefängnis, die Familien waren im Job und allem blockiert" - fasste er einen Entschluss: Er muss gehen.
Mit 17 Jahren verließ González schließlich Kuba, offiziell, um in Bratislava zu studieren. Doch der Schritt nach Europa hatte einen viel persönlicheren Hintergrund. "Ich muss nicht nur mich schützen, ich muss meine Familie schützen", erzählt er heute offen.
"Ich habe kapiert, ich muss andere Wege gehen. Meine Rolle war, meine Familie zu schützen", erzählt er über die Erkenntnis, die ihn schon in jungen Jahren zu einer der schwersten Entscheidungen seines Lebens führte.