Mit GPS-Sender ferngesteuert

Wegen Seeminen: Straße von Hormus noch lange blockiert

Laut Bericht der "Washington Post" könnte die Minenräumung sechs Monate dauern. Das Pentagon dementiert: "Die Informationen sind großteils falsch".
Nick Wolfinger
23.04.2026, 12:57
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Wie lange bleibt eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt gesperrt? Genau darüber ist jetzt ein Streit entbrannt. Laut einem Bericht könnte die Räumung von Seeminen in der Straße von Hormus bis zu sechs Monate dauern.

Pentagon widerspricht Bericht

Die "Washington Post" berief sich auf eine interne Einschätzung des US-Militärs. Demnach könnte es ein halbes Jahr dauern, bis die vom Iran verlegten Minen entfernt sind.

Pentagon-Sprecher Sean Parnell stellte das am Donnerstag jedoch klar in Abrede: "Eine sechsmonatige Sperrung der Straße von Hormus ist unmöglich und für den Minister völlig inakzeptabel". Der Bericht der "Washington Post" beruhe auf einer "geheimen, nicht öffentlichen Unterrichtung", ein Großteil der Informationen sei "falsch".

Bedrohung für Weltwirtschaft

Die Frage der Minenräumung und damit der Passierbarkeit der Straße von Hormus hat bedeutende Auswirkungen auf die Ölpreise. Die Meerenge, durch die im Normalfall rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports verläuft, ist seit Beginn des Iran-Krieges faktisch gesperrt. Auch seitdem eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran gilt, haben kaum Schiffe die Meeresstraße passiert.

Die Sechs-Monats-Schätzung wurde den Mitgliedern des Streitkräfte-Ausschusses des Repräsentantenhauses bei einer vertraulichen Unterrichtung mitgeteilt, wie die "Washington Post" berichtete.

20 Stück, aber schwer zu finden

Demnach hat der Iran möglicherweise 20 oder mehr Minen in und um die Meerenge herum ausgelegt, von denen einige mittels GPS-Technologie ferngesteuert schwimmen und dadurch schwerer zu lokalisieren seien.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor vor einer mutmaßlich verminten "Gefahrenzone" gewarnt, die sich über 1.400 Quadratkilometer erstrecken würde. Nach Angaben des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf wird der Iran die Meerenge nicht freigeben, solange die Seeblockade der USA andauert.

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