Das Weiße Haus zeigt sich wegen ausbleibender Unterstützung im Iran-Krieg zunehmend verärgert über seine NATO-Verbündeten. Nun soll die US-Regierung über Konsequenzen nachdenken und ihre Partner in einer Übersicht klassifizieren.
Dabei werden die Länder offenbar in zwei Kategorien eingeteilt: "brave" Verbündete, die sich stärker engagieren, und jene, die ihren Beitrag nicht leisten.
Wie NTV berichtet, habe US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Idee zu dieser "Brav-und-Böse-Liste" bereits im Dezember ins Spiel gebracht.
"Vorbildliche Verbündete, die sich stärker engagieren, wie Israel, Südkorea, Polen, zunehmend auch Deutschland, die baltischen Staaten und andere, werden unsere besondere Unterstützung erhalten", sagte er.
Die Maßnahme zeige, dass US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegen Verbündete wahr machen will, die seinen Wünschen nicht nachkommen. "Verbündete, die ihren Beitrag zur kollektiven Verteidigung weiterhin nicht leisten, werden Konsequenzen tragen müssen", so Hegseth.
Europäische Diplomaten zeigen sich allerdings skeptisch. "Sie scheinen keine sehr konkreten Ideen zu haben, wenn es darum geht, unliebsame Verbündete zu bestrafen", wird ein Beamter zitiert. "Truppenverlegungen sind eine Möglichkeit, aber damit werden hauptsächlich die USA bestraft, nicht wahr?"
Das Konzept könnte den USA Optionen eröffnen, Truppenverlegungen, gemeinsame Übungen oder Rüstungslieferungen von als "böse" wahrgenommenen Verbündeten zurückzuziehen und sie stattdessen "braven" Partnern zuzuteilen.
Polen und Rumänien könnten dabei zu den größten Nutznießern gehören. Beide Länder stehen weiterhin in der Gunst des Präsidenten und würden weitere US-Truppen begrüßen. Rumänien stellte den USA seinen Luftwaffenstützpunkt für den Luftkrieg im Iran zur Verfügung.