Eigentlich wollte Melanie nur ihr Baby stillen. Doch statt Verständnis erlebte die 30-Jährige gleich mehrfach, wie andere sie kritisierten und verurteilten.
Melanie war mit ihrem erst wenige Wochen alten Baby bei der Hochzeit eines nahen Verwandten – als ihr Kind Hunger bekam, stillte sie es in einer Ecke des Lokals. Kurz darauf kam der Wirt zu ihr. Er fragte die 30-Jährige, ob sie "dafür nicht ein Zimmer nehmen" wolle. Für Melanie völlig unverständlich. Wie sie in der "Kronen Zeitung" erklärt, saß sie Angaben am Rand, von ihrer Brust sei nichts zu sehen gewesen.
Als sie dem Wirt sagte, dass es ihr gut gehe, habe dieser laut Melanie darauf gedrängt, das Lokal zu verlassen. Von ihrer Familie bekam die junge Mama Rückenwind, der Wirt verließ daraufhin den Raum.
Für Melanie blieb es nicht bei diesem Erlebnis. Einige Monate später war sie bei einem Begräbnis. Als ihr damals sechs Monate altes Baby Hunger bekam, ging sie zum Stillen vor die Kirche. Sie sei sich nicht sicher gewesen, ob das Stillen im Gotteshaus abgebracht war, also fütterte sie ihr Kind vor der Türe.
Dort wurde sie von einer unbekannten Frau angesprochen und beschimpft. Besonders störte die Frau offenbar, dass Melanie ihr Kind in diesem Alter noch stillte.
Für die junge Mutter war nicht nachvollziehbar, warum andere Menschen darüber urteilen sollten, wie lange sie ihr Kind stillt. Sie betont zudem, dass man auch bei diesem Vorfall ihre Brust nie gesehen habe.
Melanie möchte mit ihren Erlebnissen auf das Thema aufmerksam machen. Gerade für Frauen, die beim Stillen ohnehin Schwierigkeiten hätten, könnten negative Kommentare zusätzlich belastend sein. Sie wünscht sich deshalb einen offeneren Umgang mit dem Thema und weniger Scham. Stillen solle ihrer Ansicht nach nicht sexualisiert werden.
"Es muss mich niemand anfeuern dabei und auch niemand anstarren, es geht einfach um die Akzeptanz", sagt die Steirerin.