Wer glaubt, ein Glas Alkohol sei ein Glas Alkohol, liegt falsch. Denn ob wir Wein, Bier oder Schnaps trinken, macht offenbar einen großen Unterschied für unsere Gesundheit. Das zeigt eine umfangreiche Auswertung von rund 341.000 Erwachsenen aus Großbritannien.
Die Forscher der Central South University in China verfolgten die Teilnehmer über durchschnittlich 13,4 Jahre und registrierten dabei mehr als 22.000 Todesfälle. Das Ergebnis: Hoher Alkoholkonsum war mit einer um 24 Prozent höheren Gesamtsterblichkeit und einer um 36 Prozent höheren Krebssterblichkeit verbunden.
Besonders überraschend: Laut scinexx zeigte sich bei Bier und Cider schon bei geringem Konsum ein um sieben Prozent erhöhtes Krebsrisiko. Bei Spirituosen stieg das allgemeine Sterberisiko bereits bei kleinen Mengen um acht Prozent. Wer viel Bier trank, hatte sogar ein um 66 Prozent höheres Krebssterberisiko.
Ganz anders das Bild beim Wein: Ein niedriger Weinkonsum war mit einer um elf Prozent geringeren Gesamtsterblichkeit verbunden. Bei mäßigem Konsum sank das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, sogar um 21 Prozent. Erst bei hohem Weinkonsum stieg die Krebssterblichkeit wieder – um zehn Prozent.
Die Forscher betonen jedoch: Das bedeutet nicht, dass Wein gesund ist. Weintrinker unterscheiden sich häufig auch durch ihre Ernährung und ihren Lebensstil von Bier- oder Schnaps-Liebhabern. Auch das Trinken zu Mahlzeiten könnte eine Rolle spielen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt nach wie vor, keinen oder möglichst wenig Alkohol zu trinken – denn keine Menge ist gesundheitlich risikofrei. Weltweit konsumiert fast die Hälfte aller Menschen über 15 Jahren regelmäßig Alkohol.
Die Studie wurde im Fachmagazin "Nutrition Journal" veröffentlicht. Sie liefert keine Beweise für einen Schutzeffekt von Wein, zeigt aber deutlich: Wer zur Flasche greift, sollte zumindest wissen, dass nicht jedes Getränk gleich riskant ist.