Schwarze Ansage, grüne Kritik

"Reicht nicht": Alkohol-Verbot in allen Parks gefordert

Ein Alkohol-Verbot am Linzer Hauptbahnhof ist beschlossene Sache. Jetzt legt die ÖVP nach: Sie will die strenge Regelung in allen Parks der Stadt.
20.10.2026, 03:00
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Nach langem Hin und Her ist es für März 2027 geplant: ein Alkohol-Verbot am größten Bahnhof der Landeshauptstadt. Es soll fürs Gebäude sowie den Außenbereich gelten und durch Sozialarbeiter begleitet werden.

Eine weitere Maßnahme: eine Videoüberwachung von Bahnhofsvorplatz und Grünanlage und dazu eine bessere Beleuchtung. Die Stadt bereitet in enger Abstimmung mit Polizei und ÖBB die bauliche Installation vor und will entsprechende Mittel einplanen.

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"Rücksicht auf andere"

Der Linzer Volkspartei reicht das nicht – sie will ein Verbot von Alkoholkonsum in allen Parks (mit Ausnahme größerer Naherholungsgebiete). "Sie sind keine Räume, in denen jeder tun und lassen kann, was er will", so die Argumentation von Parteichef Martin Hajart. Wer öffentliche Grünanlagen nutzt, müsse auch "Rücksicht auf andere" nehmen.

Im Zusammenhang mit seinem Vorstoß pocht Hajart auf eine "Neuausrichtung" des städtischen Ordnungsdienstes: Der Gemeinderat habe diesen "aus parteipolitischen Gründen" in seinen gesetzlich möglichen Kontrolltätigkeiten bisher "massiv eingeschränkt". Das müsse ein Ende haben.

"Linz hat ein Sauberkeits- und Sicherheitsproblem, das wir nicht länger kleinreden dürfen", betont der VP-Obmann. Und in Richtung von Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) und Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ): Man brauche eine Stadtspitze, die Probleme erkenne, Verantwortung übernehme und rasch handle.

"Völlig verkehrter Zugang"

Kritik an dem schwarzen Vorstoß kommt von den Grünen. Die Einführung von Alkohol-Verboten an öffentlichen Plätzen habe in Linz bisher vor allem eine Auswirkung gehabt: Dass Menschen, die sich bisher hier aufgehalten und dort auch Alkohol konsumiert haben, danach an andere öffentliche Orte im Stadtgebiet weitergezogen sind.

"Sanktionen und Verbote für alle einzuführen, weil es Probleme mit einigen wenigen Personen gibt, ist ein völlig verkehrter Zugang", ist Sicherheitssprecher Tobias Reder überzeugt. Statt "populistischen Scheinlösungen und einer schnellen Schlagzeile" seien funktionierende Maßnahmen, wie ein entschlossener Ausbau der Streetwork- und Sozialarbeit, nötig.

red, 20.10.2026, 03:00
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