Statement zur Klimakrise

Weißes Kunstwerk sorgt für Aufsehen am Wiener Graben

"A Chicken Can’t Lay a Duck Egg": Mitten am Wiener Graben steht jetzt ein ungewöhnliches Kunstwerk. Und das soll zum Nachdenken bringen.
Wien Heute
17.05.2026, 13:46
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Wer derzeit über den Graben in der Wiener Innenstadt spaziert, kommt an diesem Kunstwerk kaum vorbei: Mit "A Chicken Can’t Lay a Duck Egg" hat die Wiener Künstlerin Claudia Märzendorfer jetzt eine neue Installation mitten in der Innenstadt eröffnet – und die sorgt schon jetzt für viele neugierige Blicke.

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Der Werktitel ist ein Zitat von Malcolm X und bedeutet "Ein Huhn kann kein Entenei legen". Malcolm X war ein US-amerikanischer Menschenrechtler und eine der Schlüsselpersonen der Bürgerrechtsbewegung.

Kunstwerk ist bis 30. Oktober zu sehen

Das skulpturale Stillleben ist bis 30. Oktober am Kunstplatz Graben zu sehen. Hinter dem sperrigen Titel steckt allerdings eine ernste Botschaft: Das Werk beschäftigt sich mit Klimakrise, Konsum und Vergänglichkeit.

Kunst zum Dahinschmelzen

Besonders außergewöhnlich: Märzendorfer arbeitet teilweise mit gefrorenem Wasser. Ihre Kunst verändert sich also mit der Zeit – und vergeht teilweise sogar wieder. Genau das ist Teil der Inszenierung.

Die Künstlerin verbindet dabei barocke Stillleben mit den Hinterlassenschaften unserer Wegwerfgesellschaft. Oder wie sie selbst sagt: "Die Dramaturgie der Installation zeichnet ein Bild der Gegenwart – dem Zeitalter des so genannten 'Kapitalozäns' – und fordert eine Ökonomie jenseits des Wachstums ein. Es braucht mehr solidarisches Handeln."

Eröffnung des "KÖR - Kunstplatz Graben" durch StRIn Veronica Kaup-Hasler (Mitte).
Stadt Wien/Martin Votava

Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um?

Auch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler zeigt sich begeistert vom neuen Kunstwerk am Graben. "Claudia Märzendorfers Arbeit ruft uns zur Verantwortung und fordert dazu auf, unser Verhältnis zu Ressourcen grundlegend zu überdenken", erklärt sie. Und weiter: "KÖR Wien gelingt es so, komplexe Klima- und Konsumfragen sinnlich erfahrbar zu machen. Kunstwerke wie dieses verwandeln unsere Stadt in Begegnungsorte und wirken als Motor gesellschaftlicher Erneuerung."

Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) freut sich vor allem über die Wirkung mitten im Herzen der Stadt. "Temporäre Kunst im öffentlichen Raum ist bereichernd, da sie neue Perspektiven eröffnet und den Stadtraum lebendig hält", so Figl. "Besonders freut es mich, dass es im Herzen Wiens einen Ort gibt, an dem viele Menschen ganz unmittelbar mit Kunst in Berührung kommen können."

„Claudia Märzendorfers künstlerisches Werk ist fragil und gleichzeitig von mitreißender Kraft“
Cornelia OffergeldKÖR-Chefin

Für Cornelia Offergeld, künstlerische Leiterin von KÖR Wien, liegt genau darin die Stärke der Künstlerin. "Claudia Märzendorfers künstlerisches Werk ist fragil und gleichzeitig von mitreißender Kraft", erklärt sie. "In ihren poetischen Parallelwelten entstehen Gegenentwürfe zu den Normvorstellungen einer Gesellschaft."

Der Kunstplatz Graben wird seit 2010 jedes Jahr neu bespielt. Schon internationale Künstler wie Thomas Schütte, Monica Bonvicini oder Marinella Senatore stellten dort aus.

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