"Seit drei Tagen liegt das hochgiftige Zeug hier auf einem Grünstreifen herum", ärgert sich ein "Heute"-Leser am Mittwoch. Er wohnt in der Peter-Jordan-Straße in Wien-Währing, bei seinem Nebenhaus werden gerade Balkone errichtet. Dafür hat die hier tätige Baufirma eine Mulde aufgestellt.
Das nutzten Unbekannte das am Wochenende offenbar schamlos aus, um ihren Sondermüll loszuwerden: Sie entsorgten kiloweise krebserregende Glaswolle in dieser frei zugänglichen Baustellenmulde. Arbeiter holten den Problemstoff dann am Montag einfach aus der Mulde und warfen ihn auf einen Grünstreifen.
Das Material wird zur Gebäudedämmung eingesetzt, ältere Platten – wie die hier illegal abgelagerten – sind hochgiftig und krebserregend. Sie müssen daher geschützt verarbeitet und auch unter besonderen Vorkehrungen entsorgt werden. Denn ihre Fasern können beim Einatmen die Lunge schädigen und bei Hautkontakt zu Juckreiz führen.
Der "Heute"-Leser meldete die brisante Ablagerung der Stadt. Ein "Zuständigkeits-Pingpong" startete, wie der Wiener genervt schildert: "Irgendwie war keiner zuständig. Auch die Polizei war da, konnte aber nichts machen."
Nach "Heute"-Anfrage am Mittwoch ging es dann aber doch schnell: Die MA 46 (Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) schickte umgehend das Baustellenkontrollteam und nahm Kontakt mit der Baufirma auf. Nachdem diese glaubhaft machen konnte, dass sie nicht der Verursacher ist, kümmerte sich die MA 48 sofort um die fachgerechte Entsorgung,. Die Baufirma erstatte bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt.