Wahltag der Extreme in Deutschland: In Berlin siegte die Linke, in Mecklenburg-Vorpommern wurde die AfD stärkste Kraft. Für die CDU von Kanzler Friedrich Merz setzte es zwei schallende Ohrfeigen - in Mecklenburg-Vorpommern scheiterte die Partei sogar an der Fünf-Prozent-Hürde und flog erstmals in ihrer Geschichte aus einem Landtag.
Dutzende ausländische Journalisten hatten sich für die Wahlpartys akkreditiert. Viele Medien nehmen nun die Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz in den Blick, berichten "Spiegel" und "Bild".
"Bundeskanzler Merz steht mit dem Rücken zur Wand, könnte aber mangels eines klaren Rivalen überleben", schreibt die britische "Times", meldet der Spiegel. Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" kommentiert: "Deutschland erleidet erneut einen politischen Tiefschlag."
Die spanische "El Mundo" sieht einen besorgniserregenden Trend: "Die traditionellen Parteien im Zentrum verlieren an Boden, während extreme Kräfte Aufwind haben." Die Krise der deutschen Mitte betreffe den ganzen Kontinent, warnt die Zeitung.
"Merz gerät ins Taumeln", titelte die linksliberale Pariser Zeitung "Libération". Gleichzeitig wurde geschrieben, dass "niemand" daran glaube, "dass er sich bis zum Ende seiner Amtszeit halten kann".
Trotz des Debakels will Merz weitermachen. "Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld. Ich werde das aufbringen als CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler dieses Landes", sagte er am Wahlabend.