Ein Schuss fällt mitten am Nachmittag, direkt vor einem Kindergarten. Die Kugel trifft einen weißen Audi, in dem ein 25-Jähriger sitzt. Verletzt wird niemand. Doch der mutmaßliche Schütze ist verschwunden und könnte weiterhin eine Pistole bei sich haben. Jetzt fahndet die deutsche Polizei nach Ibrahim El-Zein (27), einem mutmaßlichen Mitglied des El-Zein-Clans.
Gegen den 27-Jährigen wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, den Gesuchten anzusprechen.
Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch um 14.34 Uhr in Oberhausen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Auf der Thüringer Straße fuhr ein VW Golf mit Hamburger Kennzeichen neben einem Audi. Nach Angaben der Polizei soll Ibrahim El-Zein am Steuer des Golf gesessen sein.
Während der Fahrt soll der 27-Jährige eine Schusswaffe gezogen und auf den Fahrer des anderen Autos geschossen haben. Die Polizei schildert den Ablauf in der "Bild" so: Der Verdächtige habe eine Waffe gezogen "und gab aus dem Fahrzeug einen Schuss auf den Geschädigten ab".
Das Projektil traf den Audi unmittelbar vor einer Kindertagesstätte. Weder der 25-jährige Lenker noch Passanten wurden verletzt.
Nach dem Schuss verschwand der mutmaßliche Täter vom Tatort. "Der Beschuldigte entfernte sich von der Örtlichkeit", erklärte ein Polizeisprecher der "Bild".
Die Ermittler untersuchten den weißen Audi noch bis spät in die Nacht. Dabei wurden Spuren gesichert und unter anderem ein Einschussloch an einer hinteren Fahrzeugtür markiert.
Als möglichen Hintergrund der Tat prüfen die Ermittler einen Konflikt im libanesischen Clan-Milieu.
Die Polizei leitete gegen Ibrahim El-Zein ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes ein. Wo sich der 27-Jährige derzeit aufhält, ist nicht bekannt. Die Fahndung läuft.
Der Gesuchte ist laut Polizei 1,87 Meter groß und schlank. Er hat schwarze Haare und braune Augen. Weitere Personenmerkmale wurden nicht veröffentlicht. Besonders gefährlich: Die Ermittler schließen nicht aus, dass der Mann weiterhin bewaffnet ist.
Wer Ibrahim El-Zein erkennt oder seinen Aufenthaltsort kennt, soll keinesfalls selbst versuchen, ihn aufzuhalten oder anzusprechen. Ein Polizeisprecher richtet deshalb in der "Bild" eine klare Warnung an die Bevölkerung:
"Da der Gesuchte möglicherweise bewaffnet ist, verständigen Sie auf jeden Fall die Polizei und sprechen Sie den Beschuldigten nicht an!" Die Ermittlungen zu den Schüssen in Oberhausen und die Suche nach dem 27-Jährigen dauern an.