Ein verletzter Teenager braucht dringend Hilfe, doch die alarmierten Polizisten werden selbst angegriffen! Bei schweren Ausschreitungen in Zürich kam es in der Halloween-Nacht zu einem besonders erschreckenden Vorfall: Ein gewaltbereiter Mob attackierte eine Polizeistreife, die wegen eines medizinischen Notfalls ausgerückt war.
Kurz nach Mitternacht waren die Polizisten zur Brauerstrasse im Kreis 4 gerufen worden. Dort benötigte ein Jugendlicher Hilfe, der sich bei einem Unfall erhebliche Beinverletzungen zugezogen hatte.
Doch bevor die Beamten helfen konnten, wurden sie von einer Menschenmenge attackiert. Dabei wurde auch der Streifenwagen beschädigt. Die Polizisten mussten sich zurückziehen, ehe dem verletzten Teenager geholfen werden konnte.
Der Angriff war nur einer von zahlreichen Gewaltexzessen, die Zürich in der Halloween-Nacht erschütterten. Gegen 22.30 Uhr hatten sich mehrere hundert Menschen auf der Langstrasse versammelt. Unter ihnen befanden sich auch Vermummte aus dem linksextremen Umfeld.
Was zunächst wie eine Halloween-Party aussah, entwickelte sich zur regelrechten Straßenschlacht. Randalierer errichteten Barrikaden aus Müllcontainern, E-Bikes und E-Scootern und steckten sie in Brand. Meterhohe Flammen schlugen in den Nachthimmel.
An der Kreuzung Zwinglistrasse/Kanonengasse stand sogar ein Tesla in Flammen. Auch Schaufenster wurden eingeschlagen und Fassaden beschmiert.
Immer wieder flogen Feuerwerksraketen, Flaschen und Pflastersteine auf Polizisten. Die Einsatzkräfte rückten mit Wasserwerfern vor und setzten auch Reizgas und Gummischrot ein.
Besonders bizarr: Während auf den Straßen Barrikaden brannten und sich Vermummte Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten, ging die Halloween-Party in unmittelbarer Nähe einfach weiter.
Schaulustige posierten vor den Flammen für Fotos, andere warteten seelenruhig vor Lokalen auf Einlass. Auch unbeteiligte Partygäste wurden von Wasserwerfern getroffen. Durch das eingesetzte Reizgas liefen zahlreiche Menschen mit tränenden Augen durch die Straßen.
Die Ausschreitungen kamen nicht völlig überraschend. Bereits zuvor hatten linksextreme Gruppen in sozialen Netzwerken zu Protesten aufgerufen. Dabei bezogen sie sich ausdrücklich auf die jüngsten Unruhen in Frankreich und Italien.
In den Aufrufen war längst nicht mehr nur von Demonstrationen die Rede. Vielmehr wurde offen zur Konfrontation aufgerufen. Teilnehmer sollten verkleidet und geschützt erscheinen.
Erst gegen 1.30 Uhr beruhigte sich die Lage. Zwei Schweizer im Alter von 19 und 21 Jahren wurden von der Polizei angehalten, nachdem sie auf einer Baustelle mutmaßliche Wurfgegenstände gesammelt hatten. Sie sollen auch Vermummungsmaterial und Waffen bei sich gehabt haben.
Wie hoch der Sachschaden ausfällt, steht noch nicht fest. Die Krawallnacht hinterließ jedenfalls eine Spur der Verwüstung. Besonders erschreckend bleibt der Angriff auf die Polizisten: Selbst als ein verletzter Teenager Hilfe brauchte, machten die Randalierer nicht halt.