"Wir werden abstürzen!" – Mit diesen dramatischen Worten meldete sich eine Frau kurz vor dem Absturz eines Privatjets in Florida bei der Flugsicherung. Vermutlich handelte es sich um die erst 20-jährige Co-Pilotin Nathalia F. Wenig später zerschellte die Maschine in einem Wohngebiet von Palm Beach County. Alle neun Menschen an Bord kamen ums Leben.
Für die junge Pilotin endete damit ein Leben, das ganz im Zeichen ihrer großen Leidenschaft gestanden hatte: dem Fliegen.
Bereits als kleines Mädchen war Filgueiras von Flugzeugen begeistert. Besonders gerne beobachtete sie am Flughafen, wie Maschinen starteten und landeten. Mit zwölf Jahren stand für sie fest, dass sie selbst einmal im Cockpit sitzen wollte.
Diesen Traum verwirklichte sie früh. Noch während ihrer Schulzeit machte sie mit gerade einmal 17 Jahren den Pilotenschein. Zuletzt arbeitete die junge Frau beim privaten Charterunternehmen Upper Jets in Fort Lauderdale. Bis zu ihrem Tod hatte sie bereits mehr als 1.300 Flugstunden gesammelt.
"Sie liebte die Freiheit", erzählte ihre Mutter Camila Corteleti laut "New York Times". "Es war etwas völlig anderes, die Welt von oben zu sehen."
Kurz vor dem Unglück meldete sich eine weibliche Stimme aus dem Cockpit des Learjet 60 bei der Flugsicherung in Miami. Es wird vermutet, dass Nathalia F. den Funkverkehr führte.
Zunächst berichtete die Frau von Eisbildung, die "beherrschbar" sei, sowie von "mäßigen Turbulenzen". Anschließend erkundigte sie sich, ob die Maschine auf eine Flughöhe von 37.000 Fuß steigen dürfe.
Doch die Situation verschlechterte sich offenbar dramatisch. Wenig später folgte der verzweifelte Funkspruch: "Wir werden abstürzen!"
Auch NASA-Chef Jared Isaacman äußerte sich gegenüber der "New York Times" zu den letzten Momenten im Cockpit.
Dass Charterflugunternehmen junge Piloten beschäftigen, sei laut Isaacman nicht ungewöhnlich. Auf diese Weise könnten sie wertvolle Flugerfahrung sammeln, bevor sie zu größeren Fluggesellschaften wechseln.
Über den Funkverkehr der 20-Jährigen sagte er: "Sie hat ihre Arbeit gemacht", und weiter: "und bis zum Schluss in einer furchtbaren Situation mit der Flugsicherung kommuniziert. Wahrscheinlich wusste sie schon vor vielen dieser Funksprüche, dass sie sterben würde."
Neben den beiden Piloten befanden sich sieben weitere Menschen an Bord des Unglücksfliegers. Unter ihnen war laut dem Nachrichtenportal "TMZ" auch der Tech-Unternehmer Adam Robinson mit seiner Frau Helen Sharp und den gemeinsamen Kindern Emma (4) und Charlie (2).
Die Familie war gemeinsam mit einem befreundeten Paar und einem Kindermädchen unterwegs. Nach dem Unglück meldeten sich die Angehörigen der Opfer mit einer gemeinsamen Erklärung zu Wort. Darin beschrieben sie Robinson und Sharp als hingebungsvolle Eltern, für die ihre beiden Kinder der Mittelpunkt ihres Lebens gewesen seien.
Auch Rachel Reed und Charmi Fehr, die sich ebenfalls an Bord befanden, wurden als lebensfrohe und abenteuerlustige Menschen gewürdigt. "Sie werden zutiefst geliebt und wir werden sie endlos vermissen", heißt es in der Erklärung der Familien.