Tragischer Todesfall in den USA! Im Bezirk Lewis County im Bundesstaat New York ist ein ungeimpftes Kind nach einer Maserninfektion gestorben. Es ist der erste tödliche Masernfall in dem Bundesstaat seit mehr als 30 Jahren.
Wie die Gesundheitsbehörden am Montag (2. November) mitteilten, war das Kind nicht gegen die hochansteckende Krankheit geimpft. Weitere Einzelheiten, etwa das genaue Alter oder das Geschlecht des Kindes, wurden nicht veröffentlicht.
Gouverneurin Kathy Hochul zeigte sich zutiefst erschüttert. Als Mutter und Großmutter könne sie sich kaum vorstellen, was die Familie gerade durchmachen müsse. Ihr Mitgefühl gelte allen Angehörigen.
Besonders alarmierend: Im Bezirk Lewis County wurden heuer bereits 15 Masernfälle registriert. Laut Gesundheitsbehörden waren sämtliche Betroffenen ungeimpft. Damit weist die ländliche Region die vierthöchste Zahl an Infektionen im Bundesstaat New York auf. Am stärksten betroffen ist Seneca County mit 30 Fällen.
Die USA kämpfen derzeit mit dem größten Masernausbruch seit mehr als 35 Jahren. Bis Ende Oktober wurden in 47 Bundesstaaten bereits mehr als 4.800 Infektionen verzeichnet.
Wegen der massiven Ausbreitung hatte Gouverneurin Hochul bereits im Oktober den Notstand ausgerufen. Dadurch können die Behörden schneller auf neue Erkrankungen reagieren, Kontaktpersonen ausfindig machen und Untersuchungen beschleunigen.
Der aktuelle Todesfall weckt Erinnerungen an eine schwere Masernwelle in New York City. Zwischen März 1990 und Sommer 1991 erkrankten Tausende Menschen an dem Virus. Mindestens 21 Menschen starben.
Dabei galten die Masern in den USA seit dem Jahr 2000 offiziell als eliminiert. Das bedeutet, dass die Krankheit damals nicht mehr dauerhaft im Land übertragen wurde. In den vergangenen Jahren stiegen die Infektionszahlen allerdings wieder deutlich an.
Nach dem Tod des Kindes übt Hochul scharfe Kritik an der Gesundheitspolitik von US-Präsident Donald Trump. Sie wirft der Regierung in Washington vor, jahrzehntelange Fortschritte beim Schutz der Bevölkerung vor vermeidbaren Krankheiten bewusst zu untergraben.
Im Mittelpunkt der Kritik steht auch US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der seit Jahren durch impfskeptische Aussagen auffällt.
Hochul betont hingegen, dass die Impfung der beste Schutz gegen die gefährliche Infektionskrankheit sei.
Masern zählen zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt. Das Virus verbreitet sich über die Luft, etwa wenn Erkrankte husten, niesen oder sprechen. Besonders gefährlich: Die Viren können in einem Raum noch bis zu zwei Stunden infektiös bleiben, nachdem eine erkrankte Person diesen verlassen hat.
Zu den ersten Symptomen zählen Fieber, Husten, Schnupfen und gerötete Augen. Einige Tage später tritt der typische Hautausschlag auf. Im schlimmsten Fall kann die Infektion zu einer Lungen- oder Gehirnentzündung führen und tödlich enden.
Zwei Dosen der Masern-Mumps-Röteln-Impfung bieten einen Schutz von rund 97 Prozent vor einer Masernerkrankung.
Besonders bitter: Mehr als 25 Jahre nachdem die USA die Masern offiziell für eliminiert erklärt hatten, fordert die Krankheit erneut Todesopfer. Und die Zahl der Infektionen steigt weiter.